| DivaLife |
| Geschrieben von Birgit Bauer | |
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Böhmische Dörfer in Spanien Seit einiger Zeit lerne ich Spanisch. Und es ist eine schöne Sprache. Wenn da nicht die Grammatik wäre. Nein, nicht, dass ich ein grammatisches Problem hätte, schließlich bin ich quasi multilingual veranlagt. Ich spreche Deutsch, Bayrisch in verschiedenen Dialektfärbungen, brauchbares Englisch und un poco de espanol. Wenn aber aus spanischen Dörfern ganze böhmische Wälder werden, in denen ich den Wald vor Bäumen nicht mehr sehe, dann hat mich der Grammatikdämon böse eingeholt. Wieso? Na, reflexives Pronomen, Imperativ und Präsens. Ein Gerundium böte sich auch noch und wenn wir dann perfekt im Futur dozieren, um in die Vergangenheit abzuschweifen und mit Vokalen nur noch so um uns schmeißen, steige ich aus. Ich stelle immer wieder fest, dass die Muttersprache so selbstverständlich ist, dass ich die fachlichen Bezeichnungen oft erst aus den Schüben meines Hirnes kramen muss. Und, das ist ein Problem. Es ist gute 20 Jahre weit unten. Und wissen Sie, wie lange 20 Jahre sind, wenn man auf einmal konjugieren soll? Das ist richtig lange her und spätestens dann, wenn einem La Professora die lateinischen Fachbegriffe für Satzbausteine und Grammatik um die Ohren haut, merkt man, wie selbstverständlich einem die eigene Sprache geworden ist. Weil, da konjugieren wir wie die Weltmeister und wenden die Pronomen und die anderen Kollegen richtig an. Sobald es aber fremdsprachlich, in meinem Fall Spanisch wird, wirds schwierig. Dann merkt man irgendwie, dass man anscheinend ein klitzekleines Defizit zu haben scheint. Oder, ist es nur die Gewohnheit? Und wenn man auf einmal dem Mond einen femininen Artikel anhängt, anstatt dem masculinen "Der" vorne dran? Und wenn das Bad auf einmal der Bad wird, weil das Neutrum mal eben komplett hops gegangen ist? Nein, kein das. Kein Neutrum. Das haben die Spanier großzügig weg gelassen. Man fühlt sich im eigenen Land, das einem so am Herzen liegt und dessen Sprache man so einfach daher quasselt, aproximadamente wie ein Ausländer im Deutschkurs. Und manchmal neige ich zu der Meinung, genau so einen Deutsch Grundkurs zu belegen. Ums mit der gramatikalischen Fachsprache aufnehmen zu können. Weil, das Adjektiv steht auch hinterm Substantiv im Spanischen. Oder so, muss man halt wissen, was jetzt was ist nicht war? Es ist eben nicht wie im Deutschen. Auf einmal heißt es dann: Spanisch ist eine Sprache schön! Ja! Nicht: Spanisch ist eine schöne Sprache.
Deshalb träume ich manchmal vom Deutschkurs. Damit ich weiß, wie nun ein imperatives Pronomen mit einem reflexiven Artikel und einem Verb kombiniert irgendwie einen spanischen Kauderwelsch ergibt, den der geneigte Fachspanier dann auch noch versteht. Nicht, dass ich nächstens, beim Shoppen in Spanien anstatt der gewünschten Pumps noch Schlurfetten bekomme und diese mit meinen handgestrickten Ringelsocken krönen muss. Das wäre mir dann glatt einen hysterischen Anfall wert und denn, egal ob feminin, masculin oder reflexiv, das hält kein Spanier aus. Niemals. Nada ! Und eine Diva schon gar nicht. Nunca!
Buenas Noches! Muchos Saludos! Birgit
P.S. Falls mir jemand etwas erklären möchte, oder einfach einen Kommentar abgeben will, bitteschön! Da ist auch Platz für! Und auch für Eselsbrücken, die mir die Grammatik zur Freundin machen bin ich immer zu haben.
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