| DivaLife |
| Geschrieben von Birgit Bauer | |
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Ligne Corolle Coco Chanel war sicherlich wenig amüsiert, als sie die neue Kollektion „Ligne Corolle“ (Blütenkelch – Linie) das erste Mal gesehen hat. Sie dürfte wohl vor Entsetzen aus ihren eher maskulinen Hosen gefahren sein, als sie die blumig geschnittenen Kreationen sah. Die Frau, die gerade ihre Geschlechtsgenossinnen von engen Taillen, figurbetonten Kleidern befreit und in weite, gerade Schnitte hüllte, um ihnen mehr „Freiheit“ zu gewähren, sah sich mit dem konfrontiert, was die Frau so weiblich macht. Kurven. Es war 1947 als Christian Dior, ein kleiner Modezeichner mit Unterstützung des Modeherstellers Marcel Boussac der Öffentlichkeit präsentierte. Opulenz im Gegensatz zu den kargen und verzichtsvollen Kriegsjahren. Taille, runde Schultern und bauschige, lange Röcke gegen gerade Linien, breite Schultern und lange Jacken. Silhouette anstatt kastenförmiger Gewänder. Bunte Farben und leichte Stoffe gegen Gabardine, Schwarz, Braun und Grau. Frau durfte Frau sein und Christian Dior sorgte für den richtigen und perfekten Sitz seiner opulenten Kreationen, in dem er Korsetts einarbeitete und die Frau in den Stoff hüllte, der weich und üppig verwandt wurde. Die Presse war begeistert. Sie bezeichneten die Kollektion des 1905 in der Normandie geborenen Franzosen als „New Look“ und trugen sie in alle Welt hinaus. Und die Welt hatte Hunger auf neue Mode und weil Gegensätze sich anziehen, zogen auch die Frauen die zarten und femininen Kleider des Meisters an. Konsequente Anwendung von Gegensätzen zeichnete die Kreativität des Modeschöpfers aus. Nach der Tulpenlinie folgte die Kuppellinie, die Maiglöckchenlinie, das H, das A und darauf das Y, also das umgedrehte A, wenn man so will. Dior zog die Frauen an und die Frauen liebten ihn dafür. Wenn Dior die Silhouette wechselte, wechselten die Frauen ebenfalls. Was Dior entwarf, war Gesetz, Diktat und eine klare Ansage. Das Unternehmen „Dior“ wuchs stetig. Der mittlerweile berühmte Designer setzte auf ein komplettes Sortiment. Seine berühmteste Kundin war Marlene Dietrich, die der Couturier unter anderem in ein zweiteiliges, schulterfreies Abendkleid hüllte, das aus Samt und Seide bestehend, die große Haute Couture präsentierte. 1951 arbeiteten ca. 900 Menschen für Dior, der sich inzwischen auch nach Amerika orientiert hatte und ins Lizenzgeschäft eingestiegen war. 1957 verstarb Christian Dior. Man sagt, an einem Herzinfarkt, konnte die Todesursache nie ganz bestimmen. Der berühmte Designer entwarf unzählige Kleider in ländlicher Abgeschiedenheit und brachte halbjährlich seine Kollektionen auf den Markt, für die er oft mehr als 800 Entwürfe zeichnete, aus denen dann die schönsten ausgewählt und aus Nesselstoff für ca. 200 hauseigene Models genäht wurden, bevor sie in schönsten Stoffen erstrahlten. Dior verstand sich frühzeitig darauf, sich gut zu vermarkten, die Bezeichnung seiner Linien war eingängig und konnte von Modemagazinen wunderbar vermittelt werden. Er zog die Frauen an, hüllte sie in wundervolle Kreationen, schmückte sie mit prachtvollem Modeschmuck und gab den Damen Hüte, Handschuhe und Strümpfe dazu. Als der Designer in Italien starb, folgte ihm Yves Saint Laurent nach, Marc Bohan und Gianfranco Ferré folgten weiter. Heute ist John Galliano der Designer im Hause Dior. Der Mann, der seine Outfits den Kollektionen anpasst und manchmal wie ein König und dann wieder wie ein Pirat wirkt, schafft es immer wieder die Damenwelt zu verzaubern. Seine Modeschauen sind nicht nur Mode, sie sind eine Inszenierung und sich zu inszenieren, versteht Galliano genauso meisterhaft, wie Dior es verstand, die Frauen zu inszenieren und aus ihnen Glamourqueens zu machen. Mit Opulenz und einem Gespür für den dramatischen Auftritt verfolgt John Galliano die Grundidee des Unternehmensgründers. Frauen eine Silhouette zu verleihen und sie in prachtvolle Gewänder zu hüllen. Ein wenig exotisch hier und da, aber er vertritt den Diors Definition der „Haute Couture“ wohl am stärksten von allen Nachfolgern. Die Firma „Christian Dior“ gehört heute zu ca. 70% der Familienholding Groupe Arnault, der wiederum die Mehrheit an LVMH gehört. Die Erlöse aus den Lizenzen für den Verkauf von Parfum, Lederwaren oder Brillengestellen ist heute die wirtschaftlich entscheidende Kraft. Miss Dior Chèrie“ sind wohl zwei der bekanntesten „Duftmarken“. Zeitlos, elegant und gut zu riechen vermitteln sie die Eleganz und den Luxus des berühmten Hauses. Ohne Zweifel, Dior hat ein Unternehmen geschaffen, das heute noch den Charme des Gründers versprüht und eine Linie verfolgt, die man seit Jahren in den Entwürfen wieder erkennt.
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