| DivaLife |
| Geschrieben von Birgit Bauer | |
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Beschuhte Hände
Der Handschuh ist eine verzwickte Angelegenheit. Das richtige Päarchen zu finden, ist nicht gerade einfach. Besonders, wenn es DAS Paar sein soll. Bei mir ist es eine elegante Veranstaltung, ein Empfang. Zugegeben, bisher kannte ich den Handschuh nur, wenn meine Mutter meinte, man müsse mich mit Glacéhandschuhen anfassen. Was so gar nicht stimmt. Allerdings finde ich solche Handschuhe mehr als attraktiv... Gerne warf ich einer Rivalin auch den Fehdehandschuh hin, der im Mittelalter aus Eisen bestand vor die Füsse und gab die Zicke. Mein Arzt trägt auch Handschuhe. Gesunde, aus Latex. Mein Herzblatt trägt sie bei der Arbeit, um die gepflegten Patscherchen zu schonen und ich trage sie auch gerne bei den lästigen Pflichten im Haushalt. Schließlich wollen gepflegte Nägel auch gepflegt bleiben. Bei meiner Kosmetikerin ziehe ich sie an, wenn ich eine besondere Creme wirken lasse und mein Frisör braucht sie, wenn er meine Haarpracht mit Farbe behandelt. Auch in der Kirche tragen die Herrschaften gerne Handschuhe. Sogenannte Pontifikalhandschuhe, wenn es feierlich wird. Karl Lagerfeld trägt halbe Handschuhe, immer aus schwarzem Leder und die Königinnen dieser Welt nutzen die Handschuhe um eleganter zu wirken und wahrscheinlich auch, um sich ein wenig zu schützen, wenn sie Hunderte von Händen schütteln. Der Handschuh selbst wurde bereits in der Odyssee das erste Mal erwähnt. Erste Handschuhe fand man in Zeiten des Mittelalters wieder und sie hatten zunächst einen Hauptnutzen. Warm halten. Kalte Hände waren auch damals schon ein Graus...... Seit dem 8. Jahrhundert gelten sie als Herrschaftssymbol. Sag ich doch, Königin...... und um 1000 gab es die ersten Handschuhe für Damen. Sie waren meist aus Leder genäht. Gerne verwandte man auch Seide. Sie passten nicht wirklich gut und wirkten wohl nicht sehr modisch. Und doch waren sie es. Denn die Damen nutzten die leichteren Exemplare auch als modisches Accessoire. Im 13. Jahrhundert kamen zum ersten Mal gestrickte Modelle auf. Praktisch und wahrscheinlich wie heute, ein wenig günstiger, als die Modelle aus Leder, die zu der Zeit mit einer großen Portion Parfum geliefert wurden, da der Gerbgeruch sehr penetrant gewesen sein musste. Mit der Zeit des Empire gewannen lange Handschuhe bei Damen an Bedeutung. und sind es heute noch. Oder gehen sie ohne die langen Begleiter zum Ball? Selbst in Wien tragen die Herren zum Frack Handschuh. Seit dem 19. Jahrhundert sind Handschuhe auch für Männer ein modisches Must und absolut aktuell. Heute sind sie hip und trendy. Ob der halbe Handschuh, einer, der nur die Finger halb umarmt und von Vikky Beckham getragen wird, Handschuhe für Autofahrerinnen, die ihren Wagen nur im Lederoutfit an den Händen steuern oder einfach aus Spaß. In den 80ern gab es die Fingerlinge. Halbe Finger ragten aus den Handschuhen heraus, ich mochte sie gestrickt und habe heute noch ein Paar im Schrank vergraben, mit dem ich den Mann meines Vertrauens angelte. Ich habe auch die klassischen, schwarzen Teile, die über den Ellbogen reichen und die ich mit Straßarmbändern zur großen Robe tragen. Ein Paar aus pinkem Leder schmückt im Winter meinen dunkelbraunen Anorak und nun brauchts ein Paar leichte Handschuhe aus Leder, die zum Kostüm für den Empfang passen. Sie werden aus leichtem, cremefarbenem Leder sein. Dezent mit meinen Perlen harmonieren und mit meinen Wildlederpumps eine heiße Affaire eingehen. Das Kleid dazu? Schlicht, modisch und vielleicht mit einem kleinen Stilbruch, aber das ist eine andere Geschichte. Fest steht, Handschuhe sind immer noch Trend. Einerseits Berufskleidung für Köche oder Kellner, andererseits modisches Accessoire, das unverzichtbar ist. Und sie sind ein Trend. Eindeutig. Bonbonfarben oder dezent, je nach Anlass oder Geschmack. Sie sind ein I-Tüpfelchen, Anstandswauwaus, heiße Kurven, Stilbrecher, elegante Begleiter und einfach nur Wärmer für kalte Tage. Für Damen und für Herren. Denn egal wer sie nutzt, sie sind gerne besonders, zeigen Figur und spielen sich gerne ein bisschen auf, auch und gerade dann, wenn man sie fast für selbstverständlich hält. Ausserdem, sie sind ein wunderbarer Platzhalter für alles, was man nicht selber halten möchte.
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