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Zum Valentinstag schenken Frauenversteher:

Ladylike: iPhone 4S, ein iPhone Diary mit Nebenwirkungen

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DivaLife
Geschrieben von Birgit Bauer   
Beitragsinhalt
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Laufende Maschen im Herbst

Immer wenn es Herbst wird, werden sie für mich zum Problem. Und ich zur Königin der Laufmaschen. Die Strumpfhosen und die Kollegen aus der Strumpfabteilung. Besonders die, die ein "Fein" im Namen haben.

Ob Männer in Strumpfhosen auch das Problem hatten? Ich denke nicht, die waren dicker, aber klar ist, dass Strumpfhosen bereits in der Renaissance existierten. An Männerbeinen und denen waren sie auch ausschließlich vorbehalten. Und sahen knackig aus, wenn man an Robin Hood denkt oder die netten Piraten- und Ritterfilme in Hollywood. 

Aber, die Männerdomäne hielt nicht wirklich lange. Spätestens als  Mary Quandt kam, den Minirock erfand und verband man Strümpfe mit einem Höschenteil, um einen schönen Look zu erhalten. So ungefähr Anfang der 50er Jahre kamen Strumpfhosen als Massenware und mit dem Mini hatten sie wohl den Durchbruch. Seitdem zieren die feinen Gespinste Frauenbeine. Auch meine. Mit mehr oder weniger gutem Erfolg.

Im Sommer versuche ich sie konsequent im Schrank zu lassen. Nur, das Problem ist, dass es eben nicht immer möglich ist, ohne die Nylons auf Tour zu gehen.  Neulich passierte es mir. Das lang vermiedene und doch sichere Desaster nahm seinen Lauf. Businesstermin mit Kostüm. Geht nicht ohne, sagt der Modeguide und Recht hat er.

Ich stand also mit meinen Lieblingspumps an den Füssen an der Ampel, als mich dezent eine mitleidige Dame von hinten antippte und meinte, ich solle ins Kaufhaus gehen und mir ein neues Exemplar meiner Strumpfhose zulegen.

Wie peinlich! Ich war keine 50 Meter unterwegs gewesen und hatte schon mit meinem Schuh irgendwie ein Loch ins Gewebe gerissen. In Fersenhöhe nahm das Unglück seinen Lauf und maschte sich frech grinsend über meine Wade nach oben.

 

Und so schnell wie diese Masche ihre Bahnen zog, konnte ich nicht zum nächsten Laden stöckeln, um für Ersatz zu sorgen. Gerade noch so kam ich rechtzeitig zum Termin. Nicht ohne vor dem Betreten des Raumes noch einen Blick auf meine bestrumpften Beine zu werfen. Alles war gut, die Strumpfhose hatte durchgehalten.

Bis zum Ende der Besprechung, bei der ich mir vor Langeweile und völlig gedankenlos mit dem Stöckel vorsichtig den juckenden Mückenstich auf meiner Wade gekratzt hatte. Mit Erfolg. Als ich das Zimmer verließ und mich im Spiegel des Aufzuges stolz musterte, sah ich die nächste charmante und löchrige Masche diabolisch von meiner Wade grinsen. Der Mückenstich war jetzt gut zu erreichen, die Masche lief davon. Wie ich. Zur nächsten Toilette und dann schnell zum Auto. Immer mit der Angst im Nacken, gerade würde es wieder zu laufen beginnen. Das Maschenmonster. 

Dabei sind die Strümpfe an anderen Damenbeinen mehr als sexy. Sie sehen toll aus, wenn die eingearbeiteten Nähte der Nachkriegszeit ein Revival feiern und mondän in schlichten, aber schönen Heels enden. Spitzenabschlüsse an halterlosen Strümpfen bezaubern Männer und lassen sich mit Strumpfbändern verschönern. Und eine wirklich glatte, laufmaschenfreie Textur am Bein kann ein wirklicher Hingucker sein, wenn sie richtig passt.

Bei mir passen sie nie. Es fängt damit an, dass die Oberschenkel und Höschenteile der Strumpfhosen zu eng sind. Spätestens nach einer Stunde in sitzender Position klafft an den Nähten ein Löchlein, das schnell zum fiesen Grinsen des engen Teils mutiert. Dabei war es doch meine Schuhgröße. Ähnlich geht es mir mit halterlosen Strümpfen, der Gummi ist meist zu eng, so dass sich der Strumpf nicht richtig anpasst und unbequem wird. 

Vor einigen Wochen sah ich sogar eine Dame, deren halterloser Spitzenabschluss fies zusammengerollt durch den Schlitz ihres zu kurz geratenen Rockes grinste und frech darauf hinwies, dass ein oder zwei Speckröllchen zu viel über dem trotzig gerollten Bündlein wohnten. Es wirkte ein bisschen wie „Ich möchte gern, aber ich kann nicht richtig!“ und mutierte zum Witz des Tages.

Dem kann man aber vorbeugen. Indem man einfach grösser kauft. Sagt die Fachfrau meines Vertrauens, die mir Strümpfe in Grösse 40 verkauft. Und die passen immer perfekt. Auch halterlos bleiben sie ohne Röllchenbildung an Ort und Stelle. Ich achte auch auf gute Qualität und Paßform. Ich achte sogar auf die Den - Zahlen. Den = Denier. Und je niedriger der Wert angegeben ist, um so dünner ist die Strumpfhose. Normalerweise schlage ich bei 20 Den zu. Das ist nicht dick, aber nicht hauchdünn. Tipp von der Fachfrau meines Vertrauens. 

 

Allerdings bleibt mein Talent, mir in Lichtgeschwindigkeit Laufmaschen zu zuziehen, die dann frech und dekorativ genau ins Auge des Betrachters stechen. Gerne beginnt das Elend an der Ferse. Obwohl sie verstärkt ist wie das Höschenteil und die Gegend um die Zehen, schaffe ich es, dort den Anfang vom Ende zu finden.

 

So beginnt mit dem Herbstbeginn erneut mein ganz persönlicher Kleinkrieg mit meinen Freundinnen von elbeo, ergee, falke, rohner, hudson, kunert, fogal, nur die oder wolford. Ich ziehe sie einen Tag lang an. Dann, am nächsten Tag finde ich die ersten Fadenzieher. Die Vorstufe zur Laufmasche.

 

Dann, nach zweifachen Tragen ärgere ich mich über die erste Laufmasche und werfe das gute Stück frustriert in den Müll.

 

Dabei finde ich sie wirklich gut! Sie sehen schön aus, vertuschen gerne mal einen kleinen Fleck oder krönen meine Outfits mit Eleganz in mattem oder mit sanftem Schimmer. Akute Fälle heile ich auf Damentoiletten mit farblosem Nagellack oder einer Minitube Uhu aus dem Bastelladen. Ich habe immer eine zweite transparente Gefährtin dabei, um in Notfällen vorbeugen zu können und bisher ist es mir erst zweimal passiert, dass ich sie nicht brauchte. Dafür brauchte sie eine andere Dame auf dem Klo, die verzweifelt versuchte, ihr löchriges Exemplar so um die Hüften zu drapieren, um das Schlimmste zu vertuschen. Dann kam ich. Mit meinem Ersatzteil. Zum Anziehen von besonders feinen Exemplaren benutze ich mittlerweile dünne Baumwollhandschuhe um nicht mit einem eingerissenen Nagelhäutchen, einem leicht angerauten Nagel oder einem verkehrten Griff bereits beim Anziehen der feinen Masche Löcher in die Teile zu reißen. Ebenso beseitige ich die Hornhaut an meinen Füssen, creme und glätte und feile und sehe zu, dass ich keine überschüssigen Laufmaschenfallen an den zu bestrumpfenden Beinen habe.

Besser geht es mir mit den blickdichten Teilen. Die sind stabil, bunt und trendy. Bunt wie Smarties kommen sie an schlanken Frauenbeinen daher, enden an den Füssen in Sandalen, Peep Toes und bekommen Stulpen zum Wärmen an die Fußgelenke. Sie sind geringelt, uni oder schimmern und sehen einfach richtig gut aus. Zumal sie in der grauen Jahreszeit und zu den Herbsttrends wirklich schöne Akzente setzen.  

Kennen Sie Jonas Hanway? Nun, mir hat der Name eigentlich auch nichts gesagt bis ich mit Schnupfen und Erkältung nach einem heftigen Herbstregen im Bett lag. Dieser Regenguß kam völlig unerwartet und ich war in keinster Weise darauf vorbereitet. Mir fehlte der Regenschutz.Und den hat Mr. Hanway erstmalig benutzt. Und sich zum Gespött gemacht. Er war ein feiner englischer Gentleman, der wohl auch eitel gewesen sein musste und der ungerne Schnupfen hatte. Genau wie ich. Er schützte sich mit einem Schirmmonster aus Fischbein und Wachsleinwand und bekam bestimmt einen richtig guten Bizeps. Denn so ein Teil wog 5 Kilo.Gott sei dank müssen wir dieses Gewicht nicht mehr mit uns herum zerren. Wäre ja auch schlimm, wenn man ohnehin beladen mit Shoppingtüten auch noch einen Monsterschirm zu tragen hätte. Das würde dann einen Träger oder Beschirmer voraussetzen und wer hat so einen Herrn schon immer dabei?Schirme von heute sind bunt, leicht und manchmal mit Werbung. Und ich mag sie eigentlich nicht. Am liebsten würde ich dort einkaufen, wo Prinz Charles und die englischen Banker ihre Schirme shoppen. Der klassische englische Schirm ist pur, streng, elegant und exakt gerollt. Es gibt ihn mit Holz-, Elfenbein oder Ledergriff, und für Pferdesportliebhaber sogar als "Horse-Racing-Umbrella" mit Bleistifthalter. 

So eine werde ich mir auch besorgen, sehen zum PencilSkirt und zum kuscheligen Pulli bestimmt sehr niedlich aus.

Und was die feine Sorte betrifft,  die kriegt mich  nicht mehr so leicht dran. Ich kaufe immer im 5er Pack und lasse mich von meiner Strumpfverkäuferin genauestens informieren. Ich habe angefangen vorzusorgen. Um einigermaßen glatten Beines durch die laufmaschige Zeit des Jahres zu kommen. 

Sogar im Auto befinden sich immer zwei Paar. Eines als Keilriemenersatz oder für technische Hilfeleistungen aller Art und eines für die Laufmasche zwischendurch. Man kann ja nie wissen, wann es wieder zu laufen beginnt.  


 
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