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DivaLife
Geschrieben von Birgit Bauer   
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Behütete Momente im Sommer

Es gibt Anlässe, die bedürfen eines Hutes. Sommerhochzeiten, Parties der eleganteren Art oder auch einfach nur ein Strandspaziergang. Gerne auch ein Pferderennen wie das in Ascot.

Und schon sind wir beim Thema. Dem Hut. Der Kopfbedeckung für die Dame, wenn sie zu vornehmen und sommerlichen Anlässen erscheint.

Ein nicht wirklich präsentes Thema in meiner Kleiderkammer. Ich bin nämlich der Meinung, ich habe kein Gesicht für einen Hut. Allenfalls für einen Stetson, einen Borsalino oder einem Panama. Die finde ich wirklich gut. Sie sind herber, masculiner und setzen den bei mir typischen Kontrast zum feinen Sommerkleid. Ich mag es nicht, ein ganzes Blumengesteck auf meinem Kopf zu balancieren oder das Sommerobst in einer Schüssel um mein Haupt zu drapieren.

Noch doofer sehe ich mit kleinen Pillbox Hütchen a la Jackie Kennedy aus oder mit kleinen, filligranen Kunstwerken, die aus meinem Kopf eine birnenförmige Angelegenheit mit Federflausch machen.

Ich will auch kein Gebilde, mit dem ich seitlich durch Türen balancieren muss oder das dem Mann meines Vertrauens verbietet, sich mir anzunähern. Ebenso wenig wäre ein Gebilde etwas, das eher dem umfunktionierten Nachttopf meiner Großmutter ähnelt. Oder ein "Kapotthütchen" aus der Truhe selbiger Oma. Ein Trachtenhütl fände ich ganz witzig. Und doch wäre es ebenso ein Fehlgriff wie die verschleierten Hüte, die Möchtegernladies zu solchen Veranstaltungen tragen. Ich will weder Tiere, Lebensmittel, Blumen, pinke Puschel, Biberfellmützengebilde oder anderen Zierrat auf meinem Kopf tragen müssen. Eigentlich wollte ich bloß eine passende Kopfbedeckung für einen festlichen Rahmen.

Nein, der Hut ist definitiv nicht mein Freund. Bis auf die genannten Ausnahmen. Die haben aber dann ein Problem, wenn es wirklich elegant aussehen soll. Denn ein mafiöser Borsalino den auch schon Al Capone oder Winston Churchill und später dann Alain Delon, Robert Redford oder Marlon Brando trugen, passt nun nicht wirklich in eine sommerlich leichte Location, die auf pastellfarbenen Chiffonwölchen schwingt. Ein Panama ginge vielleicht eher.

Der aus Stroh geflochtene, überaus leichte und für mich wunderschöne Hut ist hell, freundlich und kleidsam. Ernest Hemingway mochte ihn genauso gerne wie beispielsweise Paul Newmann oder Atatürk.

Passt aber eher zum Mann meines Vertrauens als zu mir, die ja im leicht luftigen und trotzdem eleganten Empirekleidchen aus Chiffon und Seidensatin auf Heels das Champagnerglas hält und mit den feinen Damen der erlauchten Gesellschaft plauscht.

Ich mag männlich wirkende Hüte. Einen Stetson schätze ich ebenfalls und hätte gerne einen im Herbst zu meinen Ponchos. Passt aber nun auch nicht.

Und den richtig scharfen Hut, zum verschäften Lady - Outfit, der meinem linken Ohrläppchen den gewissen Touch verleiht und meinem Gesicht kühlenden Schatten spendet. Einen, der weder einem Wagenrad ähnelt oder einen gefühlten halben Zentner wiegt, habe ich noch nicht gefunden.

Es müsste eine Ableitung zum Panama, Borsalino oder zum Stetson geben, die sportlich, elegant und voller Understatement ist. Ein unauffällig- auffälliges Etwas, das nicht zu kapriziös und abgehoben wird. Ein Hut eben. Keine Obstschale, die man nach dem Tragen zu Obstsalat verarbeiten muss, keine Puschelfedern und auch keine Miss Piggy Kitschkanone. Ich will auch keinen, der mich aussehen lässt, als wäre ich in tiefer Trauer oder hätte ein versautes Fruchtsäurepeeling hinter mir, wie Samantha in SATC damals.

Einen kleidsamen, schlichten, femininen und völlig undivenhaften Hut, der eben zu meinem Gesicht passt. Diva bin ich selbst, ein Hut darf "nur" Hut sein. Er muss gelebtes Understatement vermitteln und mir ein wenig mondän daherkommen. Eines weiß ich mittlerweile doch sehr zu schätzen. Bad Hair Days sind damit Geschichte. Und vielleicht werde ich noch Hutliebhaberin. Wer weiß? Schließlich birgt ein Hut einen gewissen Respektsfaktor und auch die Haltung scheint sich zu verändern.

Ist also ein Hut doch nicht so schlecht und ich muss vielleicht noch ein bißchen suchen, um das ideale Teil für die ideale Sommerparty zu finden? Eines, das micht nicht sofort nach Ascot in die Riege der verrücktesten Hüte schickt oder mich mit hochkarätigen Männern und Machos in einen Topf wirft. Sondern Ein Modell das mehr aus mir macht. Das mich liebt, umschmeichelt und eben sehr gut behütet.



 
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