| DivaLife |
| Geschrieben von Birgit Bauer | |
|
Seite 25 von 39
Italienierinnen und Mode - Ein Leserbrief? ;-) Liebe Frau Riekel, mit Begeisterung habe ich Ihr Editorial in der aktuellen "Instyle" gelesen. Von wegen Sackkleid und Italienerinnen. Sie wissen schon und für die, die es nicht wissen: Es ging darum, dass Italienerinnen einfach immer sexy und figurbetont angezogen sind. Egal ob schlank oder etwas fülliger. Es geht um ein entspanntes Zusammenwirken von Mode , Figur und Einstellung. Und eben um günstig drapierte Lagen, die uns Verkäuferinnen hierzulande gerne als besonders figurgünstig verkaufen und die sich spätestens vor dem heimischen Spiegel als Zeltplane entpuppen, die noch dicker macht. Doch zurück zu Ihnen Frau Riekel. Das muss ich mit einem schelmischen Augenzwinkern von mir geben, Sie haben mir ja ein Thema vor der Nase weg geschnappt, über das ich schon seit Juni nachgrüble. Italienerinnen und Mode. Und Sie haben Recht verehrte Chefredakteurin meiner absoluten "Must Have" Lieblingslektüre. Die Italienerinnen haben uns doch einige Punkte voraus. 1. Für was oder wen müssen wir eigentlich kaschieren? Das scheinen die Damen im Süden zu fragen! Letztlich sind wir Frauen und dürfen rund sein. Sehe man sich die Frauen von Rubens und viele Figuren von italienischen Künstlern an. Männer athletisch und muskulös, Frauen rund, weich und gut gepolstert. Also wieso sollten wir unsere Rundungen und Formen hinter "extrem vorteilhaften" Klamotten, sprich, Zelten verbergen wenn die geachteten und bewunderten Künstler sie zum Mittelpunkt ihrer Kunstwerke machten? Soviel zum Körperbewußtsein der Damen. Dort, wo wir noch hadern, nehmen sie es leicht. Besser? Ja ! 2. Sexy, sexy, sexy! Die Signoras haben einfach das Prinzip von Bruce Darnell richtig umgesetzt. Wir sind eigentlich sexy. Alle! Auch wenn wir rund sind und wieso sollten die "pfundigen" Damen den "Eckigen" Ladies in Sachen sexy nachstehen? Hey, wir können das genauso, scheint die Botschaft der zu sein, die jenseits von Grösse 42 rangieren. Und als ich in Florenz tatsächlich bei Armani, La Perla, Valentino und anderen Labels Teile in meiner Grösse fand, wurde mir das "Größenideals" hierzulande erst richtig deutlich. Brauchen wir ein Grössenideal? Ich finde nicht. Wir müssen lernen, uns wohl zu fühlen und so sein, wie wir sind und uns nicht an Gesetze halten, die keine sind. Und es scheint, als wären die Damen in Italien schon soweit. 3. Heels und eine gerade Haltung. Während wir in Deutschland eher einen lümmelhaften und oft schlaksigen Gang (doch, wenn man genau hinschaut, ist es so!) an den Tag legen und mit Turnschuhen, Schlurfetten und flachländischen bequemen Tretern durch die Gegend latschen, stöckeln die Italienerinnen selbstbewusst und mit hoch erhobenem Haupt durch die Strassen. Sie tragen immer ein wenig Absatz bis hin zum ganz hohen Heel. Selbst wenn sie einkaufen gehen, sind sie geschminkt und sehen einfach nur stolz und gut aus. Und ganz ehrlich, ich war bei "Pratesi" in Radda in der Toskana. Und ich kann nur sagen, selbst ich konnte in den schicken Schuhen mit Absatz wunderbar stolz gehen und habe mir weder die Beine gebrochen, noch waren die Schuhe unbequem. Selbiges gilt übrigens auch für meinen Lieblingsschuhdesigner in Florenz. Salvatore Ferragamo. Und in einem Schuhgeschäft habe ich den italienischen Fashionistas zugeschaut. Absätze kaufen die nur, wenn die Schuhe darüber richtig gut gemacht sind. Das Geheimnis? Ich jedenfalls denke das schon. Und stöckler seither nur noch in den besten Schuhen mit hoch erhobenem Haupt und gerader Haltung (ist sowieso besser für die Körperrückseite) durch die Gegend. Wir sollten uns also eine Scheibe abschneiden und ich habe beschlossen, das auch zu tun. Und siehe da, ein gerader Gang kaschiert das erste Röllchen, ein guter Absatz streckt die Wade und ein bißchen Schminke und geschickt plazierte Accessoires und Ausschnitte brauchen keine Walleklamotten und Sackkleider um auch mit mehr Pfunden gut und sexy auszusehen. Man muss sich nur trauen und komischerweise habe ich in der Zeit seit Italien richtig viele bewundernde Blicke und Komplimente für meine sexy Rundungen kassiert. Und wenn das nichts ist, weiß ich es auch nicht. Warum also abnehmen, wenn man sich eigentlich so wohl fühlt wie man ist? Und warum sollte man das nicht zeigen dürfen? Schließlich sind wir mindestens genauso schön wie unsere schönen Nachbarinnen jenseits der Alpen! Deshalb, Frau Riekel, ich glaube es liegt an uns. Wir sind vielleicht eine Spur zu korrekt, zu bedacht auf makelloses Erscheinungsbild und übersehen manchmal doch einfach nur uns. Und das sollten wir ändern. Danke für Ihre Kolumne! Und falls Sie das lesen sollten, können Sie ja auch noch Ihren Senf dazu geben! Divenhafte Grüsse
|
| < zurück |
|---|