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Zum Valentinstag schenken Frauenversteher:

Ladylike: iPhone 4S, ein iPhone Diary mit Nebenwirkungen

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DivaLife
Geschrieben von Birgit Bauer   
Beitragsinhalt
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Donnerstag, 10. Mai

Steckerlsalat

Ich habe beschlossen: Wir müssen etwas tun. Das heißt, der Mann meines Vertrauens und ich. Er schnarcht und mir kanns nicht schaden. Er soll, auf ärztlichen Rat hin, abnehmen. Und ich habe vor die Powerfraurundungen etwas zu straffen. Die Diskussion war gross.

Joggen? Bäh, langweilig und belastet die Gelenke. Schwimmen? Jepp, gerne, bloss, das städtische Hallenbad ist geschlossen, das Freibad noch nicht auf. Und nein, wir sind auf dem Land und das nächste Bad 40 km tfernt. Radfahren? Machen wir sowieso, wenn die Räder nicht gerade kaputt sind.

Prinzipiell war es schon eine extrem hochsportliche Leistung, den Schweinehund einfach zu ignorieren. Hockt mächtig, frozelnd und spöttelnd da auf der Couch. Eingeklinkt in die Seilschaft mit der Couchnordwand und lacht sich über uns schief. Gut. Ich beschloss zu handeln.

"Saukerl du, dich krieg ich!" drohte ich ihm und seinem Kumpan, der dem Mann meines Vertrauens gehört. Und produzierte Steckerlsalat. Wir gehen jetzt Nordic Walking. Ich zog los, kam mit zwei Paar Stöcken in der passenden Grösse nach Hause und trieb die Schweinehundemeute mit den Stockspitzen schnell von der Polsterlandschaft. Meine Stöcke, mein Haus, meine Polster und ihr habt hier nix mehr verloren. Seitdem hocken die Schweinehunde in der Garage und lauern listig darauf, ein Schlupfloch zu ihrer geliebten Seilschaft zu finden. Aber, nix da. Ich kann extrem durchsetzungsstark sein.

Und so zogen wir los. Steckerl mit Fuß voran und mit viel Spaß bei der Sache. Und, beim ersten Mal, als wir nach einer Stunde nach Hause kamen, waren wir mächtig stolz und ich habe den Schweinehunden frech die Zunge heraus gestreckt. Bäh, wir können das. Und so ziehen wir seitdem unsere Runden durch den nahen Wald, der leider hie und da romantisch verschlungene Pfade bietet. Er ist wunderschön, getaucht in grünes Dämmerlicht, die Baumwipfel sirren und summen und es hoppelt sogar hier und da ein wunderschöner Hase über den Weg des wandelnden Steckerltiers. Ein wahrer Zauberwald. Mein Zauberwald. Dass aber der Mann meines Vertrauens, seines Zeichens von sich überzeugter Oberpfadfinder, den rechten Weg verlassen hat, das hat mich neulich ein bißchen wütend gemacht. Wir walkten voller Elan los und anstatt auf mich zu hören, bog er falsch ab.

Ich: "Schatz, wir müssen links!"

Er: "Nein, rechts, dort vorne gehts ins nächste Dorf!"

Aha! Komisch, an diesem Haus, das übrigens mein Traumanwesen ist, weil es mitten in meinem Zauberwald liegt, sind wir letztens auch links. Das merkte ich an.

Er: "Du hast echt einen Orientierungssinn wie eine Blindschleich. Du kannst ja nicht mal Karten lesen, sondern orientierst dich an Schaufenstern. Typisch Frau. Vertrau mir!"

Seufzend gab ich nach. Obwohl ich sicher war. Aber, was tut man nicht alles. Also, ging ich, die divenhafte Blindschleich hinter dem orientierungslosen Pfadfinder her. Und was war? Natürlich, ich hatte Recht. Wären wir links abgebogen, wären wir einen einfacheren, kürzeren und besseren Weg gelaufen. Wir waren zu dem Zeitpunkt über eine Stunde unterwegs und ich hatte Durst. Sicherlich hätte ich quengeln oder zicken können, aber, wenn Mr. Pfadfinderundrechthaber Recht haben möchte, dann bitteschön.

Die Folge?

Nun, auch er hat begriffen, dass meine Taktik, den rechten Weg zu finden, eben doch etwas hat. Ich suche markante Punkte. In Wäldern besondere Schilder oder eben traumhafte Anwesen, in Städten gerne die Schaufenster von Läden. Dort in der Metzgerei hing der fette Schinken, der Schuhladen da hinten hatte meine Traumpumps und die Unterwäscheboutique hat nicht meine Grösse. Und ich finde immer den Weg zurück, zum Auto oder zum Ziel eben.

Was sagt uns das?

Man sollte Frauen, von denen man den Eindruck hat, dass sie eben doch nur dem schwächlichen, nicht Karten lesenden Geschlecht angehören, eben nicht immer Orientierungslosigkeit unterstellen, sondern, na, eher an das eigene System des weiblichen Geschlechtes glauben.

Übrigens, der Mann meines Vertrauens durfte mich hinterher zum Essen einladen. Zum Lieblingsgriechen. Und er durfte mich vorfahren. Weil, dank seiner tollen Pfadfinderqualitäten hatte ich schmerzende Füsse und bestand auf besonders liebevolle Pflege derselben.

Und zukünftig, bestimme ich den Weg. Basta!

Ach ja, Steckerl, das sind Stöcke und Salat erklärt sich wohl von selbst. Wir sprachen hier also über den Salat der Nordic Walking Stöcke. ;-))



 
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