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Eine ungewöhnliche Liebeserklärung zum Valentinstag:

Ladylike: iPhone 4S, ein iPhone-Diary mit Nebenwirkungen

Das schenken Frauenversteher zum Valentinstag: Tipps und Tricks zum Apple Trendsetter iPhone 4S. Eingekleidet in alles, was das Leben prall, kompliziert, spannend und bunt macht. Ladylike: iPhone 4S

Für eure Liebste gibt es je nach Status: eine schmunzelnde Therapie gegen Technophobie mit Heilungschancen. Einen ansteckenden Liebesvirus (auch) zu Apples iPhone-Tausendsassa, der sich auf über 250 Seiten als Lifestyle-Assistent mit Sternchen beweist. Geteilte Äpfelchenfreude beim hemmungslosen Nutzen des iPhone als Überlebenshilfe im Liebes-, Lebens-, Berufs- und Lipstickdschungle. 

Ein Geschenk mit Herzchen, gerne mit Blumen, iPhone:-) und coolem Zubehör: Ladylike: iPhone 4S

Auf den Buchtitel klicken und am 14. als Frauenversteher punkten:-)

 
DivaLife
Geschrieben von Birgit Bauer   
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Isse cremig oder zwischen Cremes und Gels!

Diese Woche, in einem Einkaufszentrum mitten in der Stadt.

Tatort: Parfumerie

Wer mich kennt der weiß, daß ich absolut gerne mit Cremes, Parfums, Gels, Peelings und Kosmetik überhaupt hantiere. Ich mag gute Düfte, gerne auch natürliche Öle und pflege mich gerne. Nur eines müssen diese Wohltäter meiner Seele und meines Körpers alle haben: Sie müssen leicht sein, dürfen nicht schmieren und sich auf der Haut nicht anfühlen, wie eine Plastikschicht. Es darf sich nicht schwer anfühlen und ich möchte nicht das Gefühl haben zu ersticken. Das Zeug muss gut riechen, schön und schnell einziehen und angenehm sein. Zuviel verlangt? Ich finde nicht. Es muss meinem Budget angemessen und wenns gut ist, nicht mal teuer sein. Kann aus dem Fachgeschäft oder dem Drogeriemarkt kommen, wenns gut ist, bin ich da nicht so anspruchsvoll. Schlicht, es muss stimmen.

Müsste ich mich selbst beurteilen, würde ich von mir behaupten, dass ich im Mittelfeld der Kosmetikbenutzerinnen schwimme und deutliche Tendenzen nach oben habe. Obwohl ich ja nicht darauf stehe, mein Gesicht unter einer dicken Schicht Spachtelmasse zu verstecken und durchaus gerne auch günstige Cremes und Kosmetikartikel ausprobiere.

Diese Woche nun ging mir meine Creme aus. Erste Versuchsreihen mit Pröbchen endeten nicht gerade erfolgsversprechend. Ich weiß seit einigen Tagen, dass sich meine Haut ein wenig unwohl fühlt, denn ich habe bereits ein Pröbchen verschmiert und darauf hin eine wirklich fiese Pickelattacke hinter mich gebracht. Nun heile ich die kleinen Fieslinge gerade ab und stehe noch immer vor meinem Cremeproblem.

Beim Shoppen betrat ich also ein "Fachgeschäft". Eine Parfumerie. Was mir zuerst auffiel, waren die Verkäuferinnen. Alle gleich. Alle maskenhaft zugekleistert und gut verspachtelt. Es war heiß an dem Tag und kein Mensch rannte mit mehr Make Up als notwendig herum und gerade in Zeiten, wo man eher auf Natürlichkeit setzt und eher auch "Haut" statt Spachtel zeigt, war das befremdlich. Ich ging also auf eine dieser Maskenträgerinnen zu. Ein junges und hübsches Mädchen und fast zu jung, um sich so unter diversen Schichten verstecken zu müssen. Sie hätte mir mit etwas weniger Stuck im Gesicht viel besser gefallen und ich wäre noch lieber zu ihr hingegangen. Wir plauderten zuerst nett und angenehm miteinander. Ich äußerte meine Wünsche und sie strahlte mich an, während an ihrem Mund erste Bröckchenbildung zu sehen war.

Doch dann kam die kalte Dusche. Für mich. Ich mag kein Make Up, das sollte ich vorausschicken, bisher war keines wirklich angenehm und so beschränke ich mich auf getönte Feuchtigkeitscreme und Concealer und ein wenig Puder. Gerne greife ich zur Mascara, zu schönem LipGloss oder einem feinen Lippenstift und auch gerne darfs ein wenig Lidschatten fürs Äuglein sein. Aber, die komplette Ladung "Batz" ins Gesicht kommt mir auf keinen Fall.

Die junge Dame war anderer Meinung. Zuerst fragte sie mich noch nach meinen Wünschen. Dann taxierte sie mich kritisch und teilte mir mit, dass ich eine ganz schlechte Haut hätte. Nun, wirklich? Isse nicht cremig? Nein, war sie in ihren Augen nicht. Und schon baute sie vor mir eine schier unübersichtliche Menge von Tigelchen, Töpfchen und Tuben auf. Dazu einige Dosen, Spender, Pumpdosen und Sprays.

Ein Sortiment im Wert von ca. 400 Euronen stand innerhalb weniger Minuten vor mir und erweiterte sich in Windeseile um weitere 200 Euronen, was Schminkutensilien betrifft.

Ich sollte waschen, klären, cremen. Dann sollte ich die Augen behandeln, das Dekollté extra einschmieren, meinen Hals besser pflegen und die Nasolabialfalte mit Collagencreme auffüllen. Dann ein Gel für alles zum Auffüllen der restlichen Falten, eines zur Pflege meiner Wimpern und der Rest waren Peelings, weitere Gels und Masken.

Schichtfaktor 1 cm oder so. Kosten insgesamt, na ja! Budgetüberschreitung für das nächste Jahr.

Und ich war geknickt. Man hatte mich als faltige Alte abgestempelt, die keine Ahnung von Pflege hat. Aber, der Horror ging weiter. Über all die Cremes und Gels kam eine Schicht Make Up, danach, Concealer um - ja schon wieder- die Falten aufzufüllen und auszublenden, dann noch ein wenig Puder und dann konnte man langsam dazu übergehen, die dekorative Kosmetik in mein Gesicht zu aplizieren. So die junge Verkäuferin. Sie strahlte mich an, als hätte sie das Rad neu erfunden und ich war von 30 irgendwas auf mindestens runzelige 99 gealtert. Und das mir!

Nein, isse gar nicht cremig. Ich sah das Küken sprachlos und kritisch an. Schließlich konnte ich, die Runzelrapunzel mit dem zerknautschten Gesicht mir das leisten. Dann holte ich Luft und fing an, ihr Sortiment auseinander zu nehmen.

Nasolabialfalten? Habe ich nicht. Auffüllen? Muss ich nicht.Augefältchen? Find ich sympathisch! Lachfältchen? Gerne doch! Ich lache gerne! Ausserdem, ich will doch bloß eine Creme. Fürs Gesicht. Eine! Nicht tausend Tiegel. Für soviele Schritte fehlt mir die Zeit, ich brauch Express meine Liebe, keinen Bummelzug, der an jeder Haltestelle hält. Ich will Pflege und nicht mehr. Ich stehe gerne zu meinen, bisher fast unsichtbaren Falten. Die erzählen schließlich von meinem Leben und ich habe es auch nicht nötig, mir Cremes für die Straffung ins Gesicht zu kleistern, denn ich lebe geregelt und schlage nicht über die Stränge und überhaupt, was sollten diese Verdächtigungen, die sie mir ohne Zahlen, Daten und Fakten einfach so ins Gesicht geschmiert hatte? Wie konnte mir dieses junge Ding einfach so hinkleistern, dass ich eine alte Runzelfrau wäre und behaupten, meine Haut bräuchte das, ohne sie einfach näher betrachtet zu haben? Woher wußte sie überhaupt, was meine Haut brauchte ohne sie zu testen? Und wieso unterstellte sie mir Alter ohne zu wissen, wie alt ich bin? Und wieso versteckte sie ihr Gesicht unter einer Maske?

Sie war sprachlos. Ich bekam keine Antwort. Und ich bin empört. Wieso erdreistet man sich neuerdings, den interessierten Kunden alles sofort aufschwatzen zu wollen? Selbst ihre Chefin konnte meinen Monolog nur mit Mühe bremsen und spendierte mir eine ganze Tüte mit Pröbchen. Aber, den Anspruch "isse cremig" erfüllt bisher noch keine.

Und ich frage mich, nicht ohne einen gewissen Besitzerstolz auf mein schönes und feuchtigkeitsgepflegtes Gesicht mit Ausdruck zu blicken, ob ich nicht besser der Typ Frau bin, der im Drogeriemarkt besser aufgehoben ist und mit einem oder, gerne auch zwei oder drei Tiegelchen aus der Mittelklasse ganz toll leben kann. Denn dort fand ich, mit Hilfe einer wirklich netten und gepflegten, aber nicht mit Kunststuck zugepappten Verkäuferin ein Produkt für 15 Euronen das ideal ist und meine Wünsche vollständig erfüllt. Und das Beste, ich kriege keine weiteren Pickel und sehe wieder aus wie ich und nicht wie jemand, der zu spät in der Pubertät gelandet ist.

Was meinen Sie? Cremen Sie gerne? Gehts nur teuer und mit viel Kleister oder ist Mittelklassepflege und sich selbst lieben manchmal auch schon ausreichend?

Isse cremig! Jetzt!

Birgit mit dem Tiegelchen. Für Proben aus der Kosmetikindustrie weiterhin gerne zu haben, nur falls jemand was übrig hat!



 
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