| DivaLife |
| Geschrieben von Birgit Bauer | |
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Einmal Waschen und Fönen bitte. Frisörbesuch Frisörbesuche, traumatisch oder entspannt? Donnerstag, 31. Mai und die Zotteln lassen sich nicht mehr fönen.... Früher ging ich äußerst ungern zum Frisör. Als Kind war es eine Qual und schuld war Fräulein Manuela. Und meine Mutter, die Fräulein Manuela und ihre Haarkunst verehrte und mich immer mitgeschleift hat. Fräulein Manuela war die bevorzugte Frisöse meiner Mutter und somit auch für mich zuständig. Sie arbeitete in einem engen Salon in der Stadt wo man noch vor dem Waschbecken sass und sich vorbeugen musste, um den Kopf aber richtig gewaschen zu kriegen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn Manuela wußte Bescheid. Sie las sich wöchentlich durch sämtliche Blätter der Yellow Press und debattierte über das Verhalten von Schauspielern und Adeligen. Und nebenbei sagte sie ihre Meinung laut und deutlich und ließ sie mit dem Rest des Shampoos in den Abfluß rinnen. Das Fräulein trug immer einen dunkelbraunen Kittel, hatte Haare, die aufgetürmt wie ein Turban wohl jeden Hurrikan überstanden hätten und hatte eine schiefe Nase. Sie rollte wie ein Panzer durch den schmalen Innenstadtsalon und nahm alles und jeden mit, der sich ihr in den Weg warf. Sie war bedrohlich und hatte wirklich "Format". Und ich haßte sie. Wenn man kam, musste man warten. Wenn man dran war, nahm das Grauen eine wirklich neue Dimension an. Fräulein Manuela nahm einen Hilfskinderstuhl auf den man krabbeln mußte. Dann durfte Mama ansagen, was denn an dem schrecklichen Haarschopf der holden Tochter (ich!) so falsch war. Ich fand meine Haar nie falsch und ich hätte sie wahnsinnig gerne lang getragen. Denn, ich hatte damals ein Segelohr. Nein, nicht zwei; eins. Und das fand ich so nervig. Also entschied man sich für das, was man mir als Schüttelfrisur verkaufte und was eigentlich eine Mireille Mathieu Welle war. Es folgte ein Krepp - Papier um den Hals, eng natürlich und der noch engere Umhang. Ja, Fräulein Manuela hatte ein Händchen, Dinge in die Hand zu nehmen und deutliche Körpersprache zu sprechen. Energisch und rigoros. Und so hing man auf dem Stuhl, rang nach Luft und schmiedete Fluchtpläne. Wahrscheinlich wurde man schon deshalb halb gemeuchelt, um einfach keine Vetos mehr einlegen zu können. Man sollte sein Schicksal hinnehmen und gut. Sofort danach kam des Fräuleins Hand ins Genick und schon beugte man sich vor ins Waschbecken. Was blieb einem auch anderes übrig? Und bevor die eiserne Kralle am Hals einem selbigen brach, ergab man sich eben. Dann heiß - kalt - heiß. Kratz, schrubbel, kratz. Wasser im Ohr, Seife in den Augen, wahrscheinlich kein Haar mehr auf dem Kopf und völlig gerädert kehrte man zurück aus den Tiefen der Schaumflocken im Becken und bekam ein raues Handtuch über den Kopf. Dann wurde geschnitten. Und kein Protest der Welt half. Damals war ich schon Diva und bin sogar einmal abgehauen. Handtuch auf dem Kopf, Umhang wie Superwoman um den Körper drapiert flitzte ich. Leider fing man mich in der Herrenabteilung wieder ein. Es half auch nicht, dass ich Fräulein Manuelas Kämme um mich warf und meiner Mutter mit den Behörden drohte. Nein, unbarmherzig wurde ich wieder auf den Stuhl gehockt und musste zusehen, wie man mir einen Schnitt verpaßte, den alle "entzückend" fanden. Bloß ich nicht. Wer will schon aussehen wie jemand, den man nicht mag! Sie etwa? Ich war gezeichnet und traumatisiert. Und ich suchte lange nach Frisören, die mir passten. Vor allem solchen, die mir zuhörten, die gut zu mir und meinen Haaren waren und mich nicht erwürgen wollten, bloß weil ich mein Veto einlegte. Die Suche war lang, ging über einen gruftigen Punker in der Teeniezeit, der leider versumpfte. Ich liebte ihn, wirklich, er rasierte mir Blitze in meine asymetrische Frisur und frischte sogar meine Mutter auf. Denn, Fräulein Manuela hatte sich der Mütterlichkeit ergeben und erwürgte nur noch ihre Familie mit dem Friseurkrepp. Dann folgte eine langweilige Trulla, die meine Mähne nicht im Griff hatte und mich ständig ratlos beäugte und meinte, ich solle nur kurz tragen. Dann kam eine, die es gut meinte und mich mit ihrem Geschmack nur noch im dörflichen Einheitslook frisierte und mir ihre Fingernägel regelmäßig in die Kopfhaut rammte. Zufrieden war ich nie. Doch jetzt bin ich es. Ich habe meine Friseurin gefunden. Eine, die eben auch anders ist. Eine Frau, die Power hat, Gefühl für Menschen und der es eben manchmal egal ist, ob Trend oder Nichttrend. Hauptsache, der Mensch unter der Haarpracht sieht gut aus und strahlt das nach außen. Sie tut das ja auch. Ich glaube, es ist ihr ganz eigener Anspruch, den sie auch auf ihre Kunden überträgt. Und die Latte liegt hoch. Sie arbeitet in einem Salon, in dem die Schwingungen stimmen. Ein Ort, den man gerne besucht. Ständig ein wenig in Veränderung und doch immer noch so autentisch, dass man ihn wieder erkennt. Es gibt sanfte Musik, ein ruhiges Klima und keine Hektik schwingt mit. Ein Ort, an dem man sich wohl fühlt, wo man getrost entspannen kann ohne fürchten zu müssen, dass man als Mireille wieder zum Vorschein kommt oder einem die Kopfhaut abgezogen wird. Der Chef und das ganze Team dort ist auch eine Ausnahme. Der ganze Laden ist eine Ausnahme. Aber, positiv und zwar in jeder Hinsicht. Das Konzept stimmt, geht auf und kommt an. Man bekommt Kopfkraulmassagen, wird eingeduftet in ätherische Öle, jemand massiert die Hände und alles ist auf Natur aus. Kosmetik ohne Tierversuche, wohlriechende Shampoos und sanfte Farben. Der Welt beste Augenbrauenzupferin zupft das Kraut über den Augen in Form und man sitzt da und wird verwöhnt. Gerne auch vom ganzen Team. Eine der Damen massiert, eine andere junge Dame macht einem eine Maniküre, die sich echt sehen lassen kann und auf dem Kopf wird geschnippelt. Nebenbei wird ein wenig getratscht und gelacht und wenn man Wert darauf legt, bekommt man gerne Lila und Grün in die Haare, die sich in einem schokoladigen Braun entpuppen. Man kann sich anvertrauen und das ist genau das, was man doch als Frau von Welt erwartet oder? Schminktipps, Hautanalysen und dazu passende Empfehlungen. Nichts muß, aber alles kann. Ganzheitliche Pflege eben. Von Kopf bis Fuß ist alles möglich, die Seele inbegriffen. Der Haarschnitt wird gemeinsam besprochen, Farben ausgesucht und alles läuft ruhig. Neue Trends werden erläutert, Frisuren von Schauspielerinnen belästert oder auch gelobt, alles ist möglich, solange es zum Kopf passt. Und das finde ich klasse. Und ich lasse mir dort auch etwas sagen und probiere gerne neue Sachen aus. Farben, Schnitte, trendgerechte Styles, was auch immer.... . Und am Schluß, wenn man massiert, geknetet, gestylt und voller frischer und neuer Eindrücke den Laden verläßt, ist man spätestens dann wieder gut drauf. Und besonders ich bin mit meinem Schicksal mehr als versöhnt und vom Trauma meiner frühen Kindheit geheilt. Ich gehe also wieder gerne zum Frisör und T. hats hingekriegt. Eine frisierende Visagistin, die echt weiß, was hip ist und was geht. Eine, die versteht, wenn ich rote Haare in Form eines angedeuteten Irokesen möchte und die tröstet, wenn ich über ein graues Haar jammere. Eine Frisörin, die ihren Beruf lebt und sich auf Menschen einläßt. Wie übrigens alle Mitarbeiter in dem Laden. Der Mensch, die Persönlichkeit jedes Einzelnen ist wichtig. Und wenn ich, wie gestern total matschig und krank, dort erscheine und mich schlecht fühle, weiß ich, wenn ich gehe, bin ich wieder ganz ich. Obenauf und ganz Diva! Und trendig gestylt eben. So wie ich es will, eben ganz in meinem Style und das ist wichtig! Danke T. Retterin und Haararchitektin! Und danke Chef und seinem wirklich guten Team, dass Ihr Euch so anstrengt! Ich wünsche Ihnen einen genau so guten Frisör wie ich ihn habe! Herzlichst, Birgit Bauer
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