| Halbwertzeit am Popstarhimmel |
| Geschrieben von Inca Vogt | ||||||||
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Derzeit laufen sie wieder: die Castingshows von "DSDS" auf RTL bis zu meinem Favoriten: "the Voice of Gemany". Zumindest im Bohlen-Format bedeutet das ein Blitzlichtgewitter, das oft schon am Horizont verraucht, wenn der Popstar gefunden ist. Da ist eben der Weg bereits das Ziel. Aber ist es wirklich so? Zumindest "the Voice" lässt hoffen. Weil hier scheinbar alle Gesangstalente mit Respekt behandelt werden. Aber auch, weil es noch keine schlechten Erfahrenswerte gibt, wie bei DSDS. Denn mal ehrlich, wo sind sie geblieben, die Sternchen? Buddeln wir mal. Und siehe da. Die einen treibt es in den Dschungel, die anderen gleich in die Vergessenheit. Tatsächlich ist auch die Verweildauer von klassisch aufgestiegenen Popstars am Popstarhimmel recht kurz, wie folgender Artikel zeigt. Der Begriff Halbwertzeit beschreibt übrigens wie lange es dauert, bis sich Spuren zu 50% abgebaut haben. Im Körper - aber auch im Herzen und den Köpfen der Fans.
Popstar-Karrieren dauern fünf Jahre
Produzent: Deutsche Fans treuer als amerikanische
Ein Popstar-Leben ist kurz: Zwischen vier und sechs Jahre verweilen erfolgreiche Bands und Musiker in den Charts, ehe sie wieder im Vergessen versinken. Das haben Forscher der University of Colorado in Denver http://ucdenver.edu ermittelt. Sie überprüften dazu Daten aus 50 Jahren Billbord-Charts der USA. Jede dritte Band, die mit einem Album in den Charts landet, bleibt damit "Ein-Hit-Wunder", so das Ergebnis, das im Fachblatt der "Music and Entertainment Industry Educators Association" (MEIEA) http://meiea.org veröffentlicht wurde. Eintagsfliegen und Kurzzeitkarrieren "In Europa dauert die Berühmtheit von Musikern meist länger als in den USA - egal ob sie aus dem In- oder Ausland stammen", erklärt Jörg Tresp, Inhaber des Labels Devil Duck Records http://devilduckrecords.de und Dozent für Management an der Deutschen Pop http://deutsche-pop.com. Ist es hierzulande für Neulinge auch mühsamer, Fans zu gewinnen, so bleiben diese in der Regel dem Musiker oder der Band über längere Zeit treu, wobei die Qualität laut dem Produzenten dann weniger eine Rolle spielt. Als Kriterium für Langzeit-Erfolg sieht der Experte das Singen in deutscher Sprache. Die US-Auswertung zeigt zudem, dass 34 Prozent der Musiker in den Charts nach ihrem Debütalbum nie wieder auftauchen. Bei den Singles-Charts im Pop beträgt dieser Anteil sogar 50 Prozent. In Deutschland sei das Phänomen der Eintagsfliegen weniger ausgeprägt, berichtet Tresp. "Bands scheitern hierzulande meist nicht am mangelnden Erfolg, sondern an sich selbst, etwa durch zwischenmenschliche Reibereien. In den USA, wo man in diesem Fall sozial auf viel härteren Boden fällt, wechselt man in dieser Situation einfach die Band."
Davon Leben statt Reichtum Auf diesen Umstand deuten auch die US-Autoren. "Angehende Künstler müssen wissen, was sie im Musikgeschäft erwartet, wenn sie ihre Karriere und die Zeit danach planen", so Studienleiter Storm Gloor. Tresp sieht dies allerdings als Motivation. "Wer sich schon zuvor bewusst ist, dass er vielleicht ein, zwei Jahre Erfolg haben kann, wird diese Phase leidenschaftlicher angehen, ähnlich wie bei Spitzensportlern. Wer sich fünf Jahre oben hält, bekommt davon dank der Musikrechte auch später noch Einnahmen - wobei Musiker meist eher davon leben statt reich werden zu wollen", schätzt der Hamburger Musikproduzent. Kommentar schreiben
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