| Wer jung aussieht, wird schön alt |
| Geschrieben von Inca Vogt | ||||||
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Sie sind 50, 60 oder 70 Jahre alt und sehen aus, wie 20, 30, 40jährige im letzten Jahrhundert. Die jungen Alten scheinen die Uhr zurück drehen zu können. Je jünger der Schein, desto höher die Aussichten auf ein langes Leben. Es scheint wenig zu nutzen, wenn man zum Beispiel einer 14jährigen erklärt, das ihre neu entdeckte Liebe für Nikotin und Fast Food der straffen Haut und den Zellen nachhaltig schaden. Die Warnung: "wenn du so weitermachst, siehst du mit 30 wie 40, mit 50 wie andere mit 70" auch, nutzt auch wenig. Bis 30 ist es noch so lange. Und jenseits der 30 scheint auch jenseits der Vorstellungskraft zu liegen. Anders sieht die Welt mit 30 und danach aus. Plötzlich leuchten die alten Vorbilder. Und das nicht nur bezüglich des jüngeren Schein. Auch die Altersspanne, auf die man sich noch freuen darf, ist wesentlich höher bei allen Menschern, die länger jung aussehen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Forschern der University of Southern Denmark http://www.sdu.dk im British Medical Journal. Das Team um den Epidemiologen Kaare Christensen hat 387 Zwillingspaare untersucht. Krankenschwestern und Lehrer mussten anhand von Fotos das Alter der Probanden schätzen. Die jünger aussehenden Zwillingsbrüder überlebten in den meisten Fällen ihre älter aussehenden Geschwister. Ein Mitgrund für dieses Phänomen liegt nach Ansicht der Forscher in den Genen, genauer gesagt in den sogenannten Telomeren. Diese sind für die Stabilität von Chromosomen wesentliche Strukturelemente der DNA. "Die sogenannten Telomere, die den Zellen die Fähigkeit verleihen sich zu replizieren, geben zumindest einen Hinweis darauf, wie alt oder jung jemand aussieht", so Christensen gegenüber pressetext. Mehrere Marker zeichnen vollständiges Bild Sieben Jahre lang haben die Forscher die Probanden im Alter von 70 bis 90 Jahren beobachtet. "Je größer der geschätzte Altersunterschied der beiden Zwillingsgeschwister wirkte, desto eher starb der ältere aussehende früher", so Christensen. Das Alter, Geschlecht und der berufliche Hintergrund spielten bei der Untersuchung keine Rolle. Kürzere Telomere weisen offensichtlich daraufhin, dass der Alterungsprozess schneller vor sich geht. Doch Christensen sieht die Telomere nur als einen einzelnen Marker. "Es gibt wesentlich mehr Indikatoren, für ein längeres Leben", so der Forscher. "Da wir Zwillinge über 70 Jahre untersucht haben, war natürlich der physische und mentale Zustand auch wesentlich für den Alterungsprozess." Es sei verwegen, das alles auf die Länge der Telomere zurückzuführen. Allgemeinzustand sagt alles aus "Wir haben die Untersuchung nur bei älteren Zwillingsgeschwistern durchgeführt und können daher keine verbindliche Aussage machen, ob das bei jüngeren Menschen ebenso ist", meint Christensen. "Wir gehen davon aus, dass das bei Männern und Frauen im mittleren Alter allerdings auch zutrifft." Es sei möglich, dass jemand, der ein sehr anstrengendes Leben führt, früher stirbt - und das Leben sich im Gesicht eines Menschen widerspiegelt. Das wahrgenommene Alter, das von Medizinern in Untersuchungen zur Anwendung kommt, gibt Aufschluss über den allgemeinen Gesundheitszustand eines Menschen. "Das ist ein robuster Biomarker des Alterungsprozesses, der die Lebenserwartung der über 70-Jährigen vorhersagbar macht", erklärt der Forscher.
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