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Extratipp

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Raus aus dem haarigen Grau?
Geschrieben von Inca Vogt   

Neulich gestand mir ein Freund, dass er Frauen, die ihr ergrauendes Haar selbstbewusst zur Schau tragen, attraktiv findet. Ich gab zu, dass mir dazu der Mut fehlt. In einer Welt, in der Grau "Alt" bedeutet, geht es vielen so.

In der neuen Ausgabe von stern GESUND LEBEN wird meine These bestätigt und angereichert mit neuesten  Erkenntnissen aus der Forschung. Tatsächlich scheinen neue Therapieansätze bald dem "Grau" einen Stopp setzen zu können. Aber sehen wir uns zunächst mal den derzeitigen Stand an.

Traurige Tatsache ist: irgendwann trifft es jeden: Das Haar wird grau. Und obwohl Trendforscher angesichts des demografischen Wandels bereits von einer "Silbernen Revolution" sprechen, erfreuen sich graue Haare keiner großen Beliebtheit. Bislang konnten jedoch nur die äußeren Symptome gemildert werden: So nutzt ein Großteil aller Frauen und eine stetig wachsende Zahl von Männern in Deutschland Tönungen, um die ungeliebten silbernen oder weißen Haare zu kaschieren. 

Eine Daumenregel sagt, dass im Alter von 50 Jahren 50 Prozent der Menschen 50 Prozent graue Haare haben. Im Durchschnitt ergrauen weißhäutige Menschen allerdings bereits mit etwa 34,2 Jahren, plus minus 9,6 Jahre. Ursache für das frühzeitige Ergrauen ist meistens die familiäre, also genetische Veranlagung. Aber auch Autoimmunkrankheiten, Infektionen oder Medikamente können den Haarschopf erbleichen lassen. Sogar Eisen- oder Vitamin B-Mangel infolge einer Fehlernährung, erheblicher Zigarettenkonsum oder schädliche Unwelteineinflusse wie starke UV-Strahlung können den Alterungsprozess der Haarwurzel beschleunigen.

Die neuesten Erkenntnisse in der Haarforschung bestätigen die Hypothese, dass so genannte freie Radikale, Abfallprodukte in Körperzellen, eine Hauptrolle bei der Haaralterung spielen. Besonders Wasserstoffperoxid ist demnach für das Ergrauen der Haare verantwortlich. Wird die Substanz im Alter nicht mehr durch Enzyme abgebaut, häufen sich immer mehr freie Radikale an, die dann wiederum die Bildung von Farbstoffen in den Pigmentzellen verhindern.

Die deutsche Dermatologin Karin Schallreuter von der Universität Bradford in Großbritannien hat nun offenbar einen Weg gefunden, diesen Überschuss an Wasserstoffperoxid in den Zellen zu beseitigen. Sogar am Menschen habe sie die Methode schon erfolgreich angewendet. Für die Wissenschaft bedeutet dieser viel versprechende Forschungsansatz einen weiteren Schritt auf dem Weg zur dauerhaften Haarverjüngung.

Das Resümee ist also nicht wirklich überraschend. Alles, was auch sonst das Altern beschleunigt, trifft auch auf die Haare zu. Ein Argument mehr für ein gesundes, achtsames Leben. Lange bevor die ersten Haare Farbe verlieren und sich als "Grau" abheben. 

 

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