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Der neue Mensch ist mobil und reist mit möglichst wenig Gepäck durchs Leben. Und er braucht Möbel, die sich wie eine Libelle oder ein Marienkäfer entfalten und dahin mitziehen, wo der Mensch sich niederlässt.
Das aufmerksame Beobachten der Natur liefert dem Menschen ganz neue Einsichten in seinen Lebensraum. Die Bionik hat seit ihrem relativ kurzen Bestehen in der Liste anerkannter Wissenschaften schon viele Beobachtungen gemacht und teilweise auch atemberaubende Erkenntnisse gebracht.
Hätten Sie gedacht, dass das Beobachten des Schlüpfens einer Libelle aus der Larve oder das Ausbreiten der Flügel eines Marienkäfers neue Ideen bringt, wie man Möbel herstellen kann. Möbel, die in ihrer Ausgangslage flach sind und dann einfach zusammengefaltet werden? Möbel, die trotz ihres harten Materials Holz faltbar werden?
Es gehört schon viel Kreativität und Denken dazu, daraus ein mögliches Produkt abzuleiten. Wir kennen ja alle Klappmöbel. Das sind zumeist aus Holz oder Stahl gefertigte Billigmöbel mit Schrauben, Nieten, Gelenken und einer bebilderten Bedienungsanleitung. Mit Erkenntnissen aus der Natur haben diese Möbel aber nichts am Hut.
Die faltbaren Möbel sind ganz anderer Art. Ihr Aufbau ähnelt vielmehr der Natur ihre "Produkte" in einem Verbund aus mehrschichtigen Lagen und verschiedenen Substanzen zusammenzufügen und wachsen zu lassen.
Der mehrschichtige Aufbau aus harten und weichen Materialien die Grundvoraussetzung, ein Möbel, wie das vorgestellte, faltbar zu machen. Die Entwickler, ein junges Tischlerteam aus Kärnten, haben getüftelt und probiert bis es ihnen gelang, ein probates Grundkonzept zu finden, mit dem sich völlig neue Möbel gestalten lassen.
Das erste Möbel, das so entstand, war ein Stuhl. Bequem beim Sitzen. Platzsparend beim Aufbewahren. Leicht zu falten. Und ein eye-catcher par excellance.
Liegt das Möbel ungefaltet am Boden, so könnte man darüber spazieren, weil man es nicht als Möbel erkennen kann. Eine Platte, nicht einmal 1cm dick. Wenn da nicht die auffällige Farbe oder das Design wäre, das selbst die Urform schon als ansprechend erscheinen läßt. Hängt dieser Stuhl als Platte an der Wand, dann könnte das Aussehen eher als Kunstwerk als ein Möbel interpretiert werden.
Der Vorgang des Faltens ist denkbar einfach. Man nimmt die Platte an der schmalsten Stelle, hebt sie an und lässt sie nach einer Viertelkreisbewegung wieder aus und verschließt nur noch zwei Ecken mit einer Spannschnur. Fertig.
Das Oberflächendesign des Faltstuhles läßt viele Möglichkeiten offen. So kann die Platte in der Produktion durch einen Tintenstrahldrucker geschickt werden und wie ein Plakat bedruckt werden. Für Unternehmen zum Beispiel ergibt sich damit die Möglichkeit, Fotos, Grafik oder Logos individuell aufzubringen und so individuelle Stühle zu produzieren.
Der Name für soviel kreatives und zugleich mobiles Möbeldesign ist PLICIO und ab Oktober 2009 erhältlich.
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