| Handtaschen Psychologie |
| Geschrieben von Inca Vogt | ||||||
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Wehe, wenn sie uns aus Versehen umkippt und sich ihr Inhalt auf Tische, Boden oder sonstigen Flächen ausbreitet. Der Inhalt unserer Handtaschen outet uns gnadenlos. Als Schlampe, Sammler oder zumindest schminksüchtig. Dabei haben wir schlicht vergessen, welche Schätze sich in ihren Tiefen verbergen. Frau hat ja meist Besseres und Wichtigeres zu tun, als Handtaschen auszumüllen. Ich zumindest finde es völlig ausreichend, wenn ich lediglich Brieftasche und Notebook in die nächstgrößere, neuere, schönere, passendere Handtasche wechsle, in der ich dann ansammele, was ich sonst noch so brauche. Wobei ich mir jedes Mal wünsche, auch das Umpacken von einem zum anderen Auto wäre so leicht. Aber schön, bleiben wir beim Thema. Der Vergleich hinkt etwas. Denn in meinem Auto befinden sich immer noch letzte Reste vom letzten Umzug im Kofferraum. Wie gesagt, als Frau von Welt hat man weiß der Stylinghimmel, ganz andere Sorgen. Zum Beispiel, welche Tasche passt zum heutigen Styling, zum Anlass, und fasst auch noch alles, was der Tag so bringen mag. Beruhigend, dass ich mit meiner Taschenmania in bester, oder zumindest breiter Gesellschaft bin. So hat kürzlich die Zeitschrift PETRA eine richtige Forschung über Frauen und ihre Handtaschen veröffentlicht. Mit dem erschütternden Ergebnis: 76 Tage des Lebens kramen Frauen in ihren Taschen. 95 Prozent aller Frauen in den so genannten entwickelten Ländern besitzen zwischen 2 und 20 oder sogar mehr Taschen. Mit bis zu 60 Exemplaren ist hier die Italienerin Spitzenreiterin. Und offenbar hegen wir auch fast schon eine liebevolle Beziehung zu unseren ständigen Begleitern. Vier von fünf Befragten weltweit können sich noch genau an ihr erstes Stück erinnern. Und jetzt kommt das Entscheidende, worin wir uns so ziemlich alle einig sind: fast keine Frau, weder in Berlin noch in Kapstadt, kann es leiden, wenn ein Fremder einen Blick in ihr persönliches Heiligtum wirft! Wozu diese Untersuchung gut sein soll? Naja, erstens stärkt es mal wieder das Wir-Gefühl von uns Frauen. Und vor allem bestätigt es auf nette Art ein Vorurteil, dass wir Frauen schlichtweg verrückt sind auf Taschen wie Schuhe. Die Wirtschaftspsychologin Dr. Ute Rademacher von der Hamburger Agentur Colibri Research, die 150 Taschen-Berichte auswertete kommt noch zu ganz anderen Schlüssen. Die Konsumexpertin behauptet: "Handtaschen sind die tragbare Form der Emanzipation! Die Tasche stellt einen mobilen Lebensraum dar - je mehr Frauen Heim und Herd verließen, um sich ins Berufsleben zu stürzen, desto wichtiger wurde sie als Transportvehikel, aber auch als Notfallkoffer und Finanzzentrum. Und heute, mit Handy, Blackberry oder Laptop darin, auch als Verbindungszentrale." Dr. Rademacher unterscheidet in ihrer Studie zwischen "sequenziell monogamen" Taschen-Besitzerinnen, die für eine Weile einem bestimmten Modell treu bleiben, und den "Taschen-Polygamistinnen", deren persönliche Kollektion immer wieder Neuzugänge bereichern. Kommen wir schließlich zum Kern der Handtaschen-Psychologie. Die Wissenschaftlerin hat herausgefunden, dass das Chaos-Prinzip zur Tasche gehört wie Blasen am Fuß zu neuen Schuhen: Durchschnittlich 76 Tage ihres Lebens verbringen wir Frauen angeblich damit, in unseren Bags nach irgend etwas zu kramen. Dazu Dr. Rademacher: "Männer werden es nie verstehen - aber uns Frauen verbindet dieses Suchen auf geheimnisvolle Weise, rund um den Erdball." Tja, noch Fragen:-)???
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