| Virtuelle Welten, für alle 5 Sinne |
| Geschrieben von Inca Vogt | ||||||||||
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Virtual Cocoon ist der verheißungsvolle Name für die nächste Generation der virtuellen Welten. Dahinter verbirgt sich ein Konzept, dass es uns ermöglichen soll, mit allen fünf Sinnen in die virtuelle Realität einzutauchen. Eintauchen in den "Virtual Cocoon"
In Sience Fiction Streifen gibt es das bereits. Man setzt sich in einen Sessel, wird via Helm angestöpselt und taucht ab. Man wandert durch virtuelle Welten und erlebt mit allen fünf Sinnen, "second life"-Szenarien, die je nach Genre zum Gruseln sind oder wohlig erschauern lassen. Nur Sience Fiction? Nein, inzwischen sind wir ganz nah dran am fünf-sinnlichen Erleben in der zweiten Welt. Auf dem britischen Wissenschafts-Event Pioneers 09 http://pioneers.epsrc.ac.uk haben Forscher mit dem "Virtual Cocoon" ein Konzept für wirklich immersive virtuelle Realität (VR) vorgestellt. Ziel ist es, im Gegensatz zu exisiterenden VR-Systemen alle fünf Sinne gleichzeitig mit hohem Realitätsgrad zu stimulieren. Um das zu ermöglichen, ist nach Ansicht der am Projekt "Towards Real Virtuality" http://towardsrealvirtuality.com beteiligten Wissenschaftler das Zusammenspiel der Sinne ein wichtiger Schlüssel. "Wenn wir die Interaktion der Sinne in den Griff bekommen, dürfte es möglich werden, dadurch beispielsweise den Tastsinn zu unterstützen", erklärt Projektleiter David Howard, Professor am Department of Electronics der University of York http://www.elec.york.ac.uk. "VR-Projekte haben üblicherweise einen Fokus auf ein oder zwei Sinne - meist Hören und Sehen", betont Howard. Gerade in diesen Bereichen gibt es auch schon kommerzielle Angebote wie VR-Brillen. Howard hofft darauf, mit Kollegen erstmals ein VR-System zu schaffen, das wirklich alle fünf Sinne umfasst. Gerüche sollen elektronisch mithilfe einer neuen Technik erzeugt werden, an der ein Team um Alan Chalmers an der University of Warwick arbeitet.
"Die Herausforderung dabei ist nicht so sehr, Gerüche zu erzeugen, sondern diese bei Bedarf auch wieder los zu werden", sagt Howard. Nur dann könnten Geruchsabfolgen sinnvoll simuliert werden, beispielsweise, dass ein Nutzer erst an einem Fisch und dann an einer Rose riecht. Da der Geschmackssinn eng mit dem Geruchssinn verwandt ist, wäre das schon die halbe Miete für ein virtuelles Schmecken. Allerdings will man für eine wirklich realitätsnahe Simulation auch das Texturerlebnis von Dingen im Mund wiedergeben. Gemeinsam mit Forschern der University of Warwick hat Howard im Rahmen des Projekts Towards Real Virtuality Experten gesucht, mit deren Hilfe das umfassende VR-System für alle fünf Sinne realisiert werden könnte. Angestrebt wird eine Zusammenarbeit mit Forschern der Universitäten in Bangor, Bradford und Brighton. Howard hält für möglich, ein wirklich umfassendes VR-System bei entsprechender Finanzierung in einem Zeitrahmen von etwa zehn Jahren zu schaffen. Interessant wäre die Entwicklung wohl in allen Bereichen, wo schon jetzt einfachere VR-Ansätze genutzt werden - von der Bildung über die Medizin und Business-Anwendungen bis hin zur Freizeitgestaltung, wo beispielsweise virtuelle Cocktails Geschmacks-Realität werden könnten.
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