| Handy. Moderne Grabbeilage |
| Geschrieben von Inca Vogt | ||||||||||
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Aus unserem Leben ist das kleine Nervding, das uns überall erreicht, nicht mehr weg zu denken. Warum es also nicht so würdigen, wie es die alten Ägypter taten? Als Grabbeilage. Auf ewig zu unseren Diensten. Im Zeifelsfall und bei entsprechendem Batteriestand lässt sich damit auch irdische Hilfe herbei rufen. Nur für den Fall, dass man uns vorzeitig verbuddelt hat. Zu skurril um wahr zu sein? Von wegen. Hier zeichnet sich ein Trend ab, der scheinbar auch eine gute Geschäftsidee inne hat.
Wie das Nachrichtenportal Newsvine berichtet, ist es vor allem in Hollywood mittlerweile vielfach üblich, dass Verstorbene sich gemeinsam mit ihren technischen Lieblingsstücken wie Mobiltelefonen, MP3-Playern oder Handheld-Videospielkonsolen begraben lassen. "Es scheint, als ob jeder, der derzeit stirbt und unter 40 Jahren alt ist, sein Handy mit ins Grab nehmen will", erklärt Noelle Potvin, Serviceberaterin beim in Hollywood ansässigen Bestattungsunternehmen Hollywood Forever http://www.hollywoodforever.com. BlackBerrys, Game Boys und iPods seien nur einige der Beispiele für die zunehmend gewünschten Grabbeigaben. Die Gründe hierfür seien vielseitig. "Viele Leute glauben, dass ein Handy die Persönlichkeit seines Besitzers sehr gut widerspiegelt und deshalb einen wichtigen Teil des eigenen Vermächtnisses des Verstorbenen darstellt", so Potvin. Erinnern wir uns: Grabbeigaben sind bereits seit der Steinzeit ein wesentlicher Teil der Bestattungskultur des Menschen. Meistens handelt es sich dabei um wichtige Gegenstände aus dem Leben des Verstorbenen, die ihm entweder im Jenseits von Nutzen sein sollen oder von Angehörigen als eine Art Gruß auf den letzten Weg mitgegeben werden", fasst Rolf-Peter Lange, Vorsitzender des Verbands Deutscher Bestattungsunternehmen (VDB) http://www.vdb-berlin.de, zusammen.
Dass technische Geräte wie Handys heute mit ins Grab genommen werden, sei als deutliches Zeichen der Zeit zu verstehen. "Meiner Auffassung nach ist diese Entwicklung durchaus zeitgemäß. Die Menschen werden stets solche Dinge mitnehmen wollen, denen sie zu ihren Lebzeiten eine besondere Bedeutung zugeschrieben haben", meint Lange. Der VDB-Vorsitzende schließt nicht aus, dass es auch hierzulande bereits derartige Grabbeigaben gegeben hat. Wenn es also demnächst auf unseren Friedhöfen plötzlich aus den Tiefen piepst, heißt das entweder, die Batterie geht zur Neige. Oder aber, da piepst jemand um Hilfe, weil das Jenseits ihn oder sie noch nicht will. Für weitere Deutungen und Folgehandlungen übernehmen wir seitens der Redaktion aber keine Garantie:-)
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