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Ethik und Roboter
Geschrieben von Inca Vogt   

Was passiert, wenn Kinder sich auch emotional an robotische Spielgefährten binden? Ist es gefährlich die Pflege der robotischen Krankenschwester zu überlassen? Brauchen wir ethische Richtlinien für Roboter? 


Service-Roboter-Beispiel: "My Spoon" von Secom (Foto: secom.co.jp)

Mit der steigenden Nutzung von Robotern nicht nur durch Militär und Industrie, sondern auch zur Unterstützung hilfloser Personen, steigen auch damit verbundene Sicherheits- und ethische Bedenken. Daher hat der Robotik-Experte Noel Sharkey von der University of Sheffield http://www.shef.ac.uk im Journal Science davor gewarnt, wesentliche Entscheidungen über die Anwendung von Robotern Militär, Industrie und Angehörigen zu überlassen. "Was ich fordere, ist eine internationale und nationale Diskussion der Frage mit den entsprechenden Experten-Organisationen und Gesetzgebern", so der Experte. Ethische Codes und Richtlinien zu skizzieren, wäre angesichts der rapiden Entwicklung im Robotik-Bereich ein guter Anfang.

Zwar sind Assitenz-Roboter in Europa noch relativ selten, doch international sind die Verkäufe von professionellen und persönlichen Service-Robotern stark im Steigen und werden auf insgesamt 5,5 Mio. im Jahr 2008 geschätzt. Viele Produkte werden von japanischen Herstellern angeboten, beispielsweise für die Altenpflege. Secoms http://www.secom.co.jp/english "My Spoon" ist eine Esshilfe, Sanyo bietet einen Badewannen-Roboter für den Waschgang an und Mitsubishis "Wakamura" erinnert an die korrekte Medikamenteneinnahme. "Japan ist definitiv der größte Hersteller und noch sind die Roboter etwas teuer", meint Sharkey. Doch mit fallenden Preisen und bei erwiesenem Nutzen könnte sich das schnell ändern. "Bill Gates meinte vor kurzem, dass er erwartet, dass Roboter in zehn bis 20 Jahren so verbreitet sein werden wie PCs", betont der britische Experte.

Internationale Gesetze oder Richtlinien für den Einsatz von Robotern existieren aber de facto nicht. Einzig im Bereich der Vernachlässigung gäbe es diese, allerdings sei deren Anwendung auf robotische Helfer noch nicht ausjudiziert worden. Dabei ist die Gefahr auch für Kinder groß. "Die Forschung hat gezeigt, dass es bei Service-Robotern zu einer engen Bindung und Anhänglichkeit bei Kindern kommt", sagt Sharkey. Roboter würden gegenüber Teddybären meist bevorzugt und kurzzeitiger Kontakt könne auch sehr wertvoll sein. "Aufgrund der physischen Sicherheit, die Roboter-Betreuer bieten, könnten Kinder aber für Stunden oder gar Tage ohne menschlichen Kontakt bleiben", warnt der Experte. Welche psychologischen Auswirkungen das haben könne, sei bislang ungeklärt.

Auch das Militär setzt vermehrt auf Roboter. Führend sind dabei die US-Streitkräfte, doch auch andere Nationen spielen eine große Rolle. "China hat jetzt bemannte Roboter, Israel ist der zweitgrößte Hersteller für Unmanned Aerial Vehicles (UAVs) und sowohl Indien als auch die Turkey versuchen, an bewaffnete UAVs zu kommen", nennt Sharkey Beispiele. Großbritannien ist bereits im Besitz solcher bewaffneter Flugroboter. Dass beispielsweise die USA oft für die Missachtung internationaler Initiativen kritisiert werden, sei längst kein Grund, sich nicht dennoch um internationale Abkommen zu Militärrobotern zu bemühen. "Die USA haben das Verbot von Landminen zwar nicht unterzeichnet, sie aber seither effektiv nicht genutzt", warnt Sharkey. 

"Es ist immer schwer, die Gesetzgebung für sich schnell entwickelnde Technologien richtig zu machen", sagt der britische Robotik-Experte. Es sei aber besser, bald grundlegende Richtlinien zu schaffen und diese bei Bedarf zu ergänzen. "Es ist wichtig, dass wir gemeinsame Entscheidungen über die Technologie treffen, statt das Personen mit angestammten Interessen zu überlassen", betont Sharkey abschließend.

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