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Haaraufbau. Baumeister Natur
Geschrieben von Inca Vogt   

Haare besitzen schon auf den ersten Blick eine Faszination, die kaum rational erklärbar ist. Tatsächlich sind Haare ein Wunderwerk der Natur mit ganz besonderen Eigenheiten, die einen zweiten Blick wert sind. 

Jeder Mensch hat zwei bis fünf Millionen Haare. Das gröbere, pigmentierte Terminalhaar wächst auf dem Kopf, den Augenbrauen, den Wimpern, im Achsel- und Schamhaarbereich. Das feinere Velus- oder Flaumhaarhaar bedeckt den Körper.

Am Faszinierendsten und Auffälligsten ist unser Haupthaar, das ein ausgesprochen interessantes Innenleben hat. Aber entscheidend für vitales, gesundes Haar ist seine spannende Entstehungs- und Wachstumsgeschichte. Beginnend bei der Geburtsphase, die zeigt, dass Haare weit mehr sind als nur erotisches Lockmittel oder modisch gestyltes Anhängsel.

Haarstruktur

Das Haar besteht aus einzelnen Zellen, die sich aus verhorntem Eiweiß/Proteinen (Aminosäuren/Keratin) zusammensetzen. Auch die oberste Schicht der Haut und der Fingernägel enthält diese Keratine. Haarkeratine unterscheiden sich jedoch in Struktur und Eigenschaften erheblich.

Haarkeratine - der Stoff, aus dem die Haare sind

Keratine sind durch Verhornung entstandene Strukturproteine der Haut, Haare, Nägel, Hufe, Klauen, Krallen, Höner oder Federn. Doch die Haarkeratine unterscheiden sich von allen anderen Keratinformen durch eine extrem raffinierte Struktur: Das bewirkt, dass Haare z. B. gleichzeitig hart und elastisch sowie fest und formbar sind.

Die Kopfhaut - „Klimaanlage“ unseres Körpers

Auch die Kopfhaut schützt den Körper vor schädigenden Einflüssen. Sie ist Schutzschild gegen Bakterien und ultraviolette Strahlen, verstärkt durch das Haar. Mittels Flüssigkeitsaustausch gleicht die Kopfhaut unsere Körpertemperatur aus wie eine Klimaanlage. Sie speichert Energie, Wasser und Salze.

Die Kopfhaut ist übrigens nicht nur einfach die Basis für gesundes Haar. Tatsächlich ist die gesunde, gut durchblutete Kopfhaut extrem sensibel und reagiert entsprechend empfindlich auf hormonelle, psychische, umweltbedingte und genetische Einflüsse. Hinzu kommt, dass die Kopfha

Haare - ein Relikt der Evolution

ut eine wirklich ausgewogene Nährstoffversorgung von innen braucht und eine ebenso spezifische Pflege von außen.

  • Die Kopfhaut besteht aus drei Schichten:
    Die nicht durchblutete Oberhaut - Epidermis
    Die Lederhaut - Corium
    Die Unterhaut - Subcutis 
     

Im Laufe der Evolution verlor der Mensch seine Ganzkörperbehaarung und behielt einzelne Haarinseln nur noch an jenen Körperregionen, die vor Kälte oder Hitze geschützt werden müssen und als Träger von Sexuallockstoffen dienen. Die nach Abschluss der Evolution gebliebenen Haare haben aber auch noch eine spezielle Schutzfunktion: Brauen und Wimpern verhindern, dass Fremdkörper ins Auge geraten.

Der Achsel- und Schamhaarbereich diente vor allem in prähistorischer Zeit zur Arterhaltung. Die hier im Körperschweiß enthaltenen Sexuallockstoffe - speziell im Genitalbereich - bleiben lange haften. Dabei entfaltete jeder Mensch einen ganz individuellen Duft, der das andere Geschlecht locken soll. Tatsächlich gelten auch die Haupthaare nach wie vor als sexuelles Lockmittel.

Darüber hinaus übernimmt das Haupthaar auch eine echte Hauptaufgabe. Haare schützen den wertvollsten Teil unseres Körpers, den Kopf. Sie dämpfen den evtl. Aufprall harter Gegenstände und schützen wie eine Klimaanlage das Haupt gegen Hitze oder Kälte.
 

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