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News4me. Zeitung von Morgen
Geschrieben von Inca Vogt   

Im Internet können wir via RSS-Feed interessante Medien und Rubriken abonnieren. Etwas mühsam das Ganze. Was wäre also, wenn eine Zeitung "aktiv mitdenkt" bei jeder Artikelanforderung? "News4Me" verspricht genau das.

Unter dem Namen "News4Me" entwickeln Forscher an der TU Berlin und den Entwicklungslabors der Deutschen Telekom, T-Labs http://www.laboratories.telekom.com, derzeit eine personalisierte, elektronische Zeitung für die mobile Nutzung.

"Unser Anspruch ist es, jedem Leser die Nachrichten zu liefern, die seinem persönlichen aktuellen Interesse entsprechen. Wir wollen dem Leser eine individuelle Artikelauswahl aus verschiedenen abonnierten Zeitungen auf einem mobilen Gerät mit großem Bildschirm liefern", erläutert Techniker Dávid Kapitáni das Forschungsziel. Vorbild ist die Zeitung aus Papier gepaart mit Softwaretechnik.

Vom Prinzip her ist der Dienst ähnlich gestaltet wie der Google-Service iGoogle. Allerdings beschränkt sich das News4Me-Angebot auf Artikel, die in Zeitungen oder Zeitschriften abgedruckt werden. Zudem wollen die Forscher auch die Form von echten Printprodukten möglichst beibehalten."Jeder Leser einer Zeitung oder Zeitschrift hat individuelle Vorlieben für bestimmte Themen, die ihn besonders interessieren.

Kaum jemand liest die Ausgabe eines Printmediums von vorne bis hinten durch", so Kapitáni. An den T-Labs forschen die Softwaretechniker nun an Algorithmen, mit denen es der News4Me-Software ermöglicht wird, jene Artikel herauszufiltern, die den Leser aktuell interessieren. Damit entfällt sowohl das Durchblättern der Zeitung auf der Suche nach interessanten Themen als auch der Kauf vieler Printprodukte.

"Mit News4Me kann der User seine individuelle Zeitung aus verschiedenen Quellen und Rubriken zusammenstellen lassen", sagt Kapitáni.

Die entwickelte Plattform erlaubt es, Inhalte und Layout kontinuierlich anzupassen, denn News4Me lernt jedes Mal dazu, wenn der Benutzer seine Artikel liest. Dabei werden Änderungen in den Präferenzen laufend registriert und das Artikel-Angebot für die nächste Ausgabe angepasst.

"Interessant ist das für Verlage beispielsweise auch im Hinblick auf die zielgerichtete Platzierung von Werbung, die an den jeweiligen Leser adressiert ist", streicht Kapitáni heraus. Nicht unberücksichtigt in der News-Auswahl bleiben aktuelle Top-Nachrichten, die in einer Zeitung nicht fehlen sollten. "Selbst, wenn sich ein User hauptsächlich für Sport- und Chronikthemen interessiert, bekommt er trotzdem auch Politik- und Wirtschaftsthemen geliefert, wenn diese im aktuellen Tagesgeschehen von Bedeutung sind", erläutert Kapitáni.

Bei der Art des Geräts schwebt den Technikern ein E-Paper - nahezu in Zeitungsgröße - vor. Zum Einsatz könnten hierbei biegbare Displays kommen, wie sie von einigen Unternehmen bereits entwickelt werden. Das holländische Unternehmen Polymer Vision http://www.polymervision.com hat beispielsweise mit Readius einen eBook-Reader vorgestellt, der auf ein rollbares Display setzt und somit auf engstem Raum einen relativ großen Bildschirm unterbringt. "Wichtig ist in jedem Fall, dass der Bildschirm groß genug ist, um ein bequemes Lesen zu ermöglichen", erklärt Kapitáni und verweist auf Amazons Kindle. Das Gerät sei ein Ansatz, der in die richtige Richtung gehe, allerdings müsse ein E-Paper für News4Me noch deutlich einfacher Hand zu haben sein und einer echten Zeitung möglichst nahe kommen. Zudem wollen die Techniker ein entsprechendes Produkt mit verschiedenen Funktechnologien ausrüsten, um eine permanente Anbindung an das Web gewährleisten zu können.

Ist das ein würdiger Ersatz für die gedruckte Zeitung? Oder doch nur etwas, was wir im Netz bereits finden unter neuem Namen? 

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