| Flip-Flop versus High Heels |
| Geschrieben von Inca Vogt | ||||||
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Fantasieren wir mal: Flip-Flop reimt sich irgendwie ja auch auf Pop. Und da werden wir fündig im Jahr 1977. «I blew out my flip-flop, stepped on a pop-top ...» beginnt Jimmy Buffetts. «Margaritaville» Song. Der Song war zugegeben kein großer Hit, oder sogar ein Flop. Stammt da der Name her? Falsch, eine Sackgasse. Und die Herkunft? Dafür schauen wir weit zurück nach Ägypten und nach Japan. Die japanischen "Flip-Flops" heißen Zori. Und Zori kannte man im 11. Jahrhundert schon in Japan. Nicht zu verwechseln mit den Geishafüßlingen mit hölzernen, extrem fußfeindlichen Plateau-Latschies, die aus einem flachen Holzbrett mit Vierkanten untendrunter gefertigt sind. Diese Füßlinge heißen Geta. Und sie machen im Unterschied zu den Flip-Flops einen Trippel- und keinen Entenwatschelgang. Zoris sind wie unsere Flip-Flops recht leicht, ganz flach, und haben zwischen dem dicken Zeh und dem daneben liegenden einen Steg, Thong genannt. In der Heian-Periode von 794 bis 1185 wurden diese hölzernen Flip-Flops übrigens bei jedem Wetter getragen, begleitet von Tabis. Eine Urform des Strumpfes. Sie sahen ein wenig aus wie plumpe Fäustlinge für die Füße. Kaum vorstellbar, dass man mit dieser Kombination wirklich laufen konnte. Konnte man tatsächlich nicht wirklich. Man musste trippeln. Und der Fuß veränderte sich. Daran konnte man auch unterscheiden, wer nun wer war. Während des Zweiten Weltkrieges entwickelten japanische Behörden eine Art von Fuß-Profiling zur Völkerunterscheidung. Anhand der Zehenlage konnten sie ihre eigenen Leute von den verhassten Koreanern unterscheiden. Die von Kindheit an an das Tragen von Zoris gewöhnten Japaner, so die Theorie, hätten zwischen dickem und zweitem Zeh viel mehr Platz als koreanische Nicht-Zori-Träger. Im englischsprachigen Ausland, wo die Zehensandalen hauptsächlich durch US-GIs, die sie als Präsente verschickten, nach 1945 in Mode kamen, hießen die Schuhmodelle jahrzehntelang nach dem Steg Thong. In den siebziger Jahren setzte sich in den USA die Bezeichnung Flip-Flops durch. Bleibt festzuhalten: die wahren Flip-Flops machen einen Entenwatschelgang und sie sind eine Schuhgattung für sich. Zoris sind wie unsere Flip-Flops recht leicht, ganz flach, und haben zwischen dem dicken Zeh und dem daneben liegenden einen Steg, Thong genannt. Aber warum heißen Flip-Flops nun eigentlich Flip-Flop. Bitte mal hinhören. Während unsere eingangs gelobten High Heels "klick, klack" machen, klingt es bei den Flip-Flops deutlich anders: die eine Latsche macht Flip, die andere Flop, oder umgekehrt. Warum die High Heels deswegen nicht "Klick-Klack" heißen, kann ich nur vermuten. Es würde sie billiger machen, als sie tatsächlich sind. Bei den Flip-Flops ist das anders. Sie sind billig zu haben und dürfen deshalb wahrscheinlich ganz simpel so heißen, wie sie klingen. Woher der unterschiedliche Klang der zwei Füße kommt, scheint auch geklärt. Selbst die beiden Füße einer Person sind nie ganz gleich und klingen deshalb auch leicht unterschiedlich. Ganz Schlaue möge vermuten, dass ein Fussgewölbe einen besseren Resonanzboden, als das andere hätte. Ist aber nicht so. Flip-Flop Kundige wissen es besser: Es ist gleich, welchen Fuß man zuerst aufsetzt. Immer beginnt es mit "Flip" und wechselt zu "Flop". Flip-Flop, die einzig Wahren
Bauweise und Steckbrief der Echten Die Halteriemen werden einfach durch Löcher im zumeist einlagigen Boden gesteckt. Boden und Riemen bestehen normalerweise aus zwei verschiedenen Kunststoffen, wobei der Boden manchmal eine Dämpfungsfunktion aus geschäumtem Ethylenvinylacetat) hat und ein bis dünne zwei Zentimeter stark ist. Hergestellt werden die Flip-Flops fast ausschließlich in Asien, in Vietnam und China. Das erklärt die billigen Fertigungskosten. Flip-Flops werden aus Kunststoffen (PVC/PVDC/chlorierten Kunststoffen) hergestellt. Um diese normalerweise harten und spröden Materialien weich und biegsam zu machen, werden sie mit Weichmachern behandelt. Wie die Zeitschrift Öko-Test feststellte, können bestimmte Weichmacher durch Schweiß gelöst durch die Haut in den Körper gelangen und dort die Leber, die Nieren sowie das Hormon- und Immunsystem schädigen. Hinzu kommt das was wir alle kennen: Flip-Flops bieten dem Fuß keinen zusätzlichen Halt, keine Führung und eher geringe Dämpfung. Weil die künstlichen Materialien keine Atmungsaktivität haben und Schweiß auch nicht zu puffern vermögen, besteht Fußpilzgefahr. Der Fernsehsender "Pro 7" untersuchte in seiner Sendung "Galileo" mit Simi Motion die Auswirkungen von Flip-Flops auf das Gangmuster des Trägers und resümierte: "Auf Grund dieser Ergebnisse sollten Flip-Flops eher als modisches Accessoire betrachtet werden und nicht auf Dauer getragen werden. Angesichts des Entengangs stimme ich dem zu und wechsele jetzt geläutert von sommerlichen Flip-Flops zu vernünftigen und gleichfalls modischen Sneakers. Die High Heels kommen später am Abend zum Einsatz, wenn mein Gang weder watschelnd, noch wacker ausschreitend sein soll, sondern einfach nur grazil, ladylike, verführerisch. Auch bei Schuhen gilt: alles zu "ihrer" Zeit. Kommentar schreiben
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Für alle Markenfetischisten: Flip-Flop nennen dürfen sich "eigentlich" nur die Echten. Weder die gesunden Schuhe mit einem Korkfußbett von Birkenstock sind echte Flip-Flops, noch die sehr viel modischeren Trendzehensandaletten, die man für etwas mehr Geld als die Originalen kaufen kann. Echt sind nur die simpel gebauten wasserunempfindlichen Kunststoff- Flip-Flops. Die Badesandalen, die es jahrelang nur verschämt in Drogerien gab. Dass sie auch "echt" nicht unbedingt empfehlenswert sind, liegt nicht nur am ungraziösen Entengang.

