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Gentherapie für die Augen
Geschrieben von Inca Vogt   

Absterbende Zellen im Auge eines Siebzehnjährigen wurden durch einen Geneingriff wieder regeneriert. Ursache der schwindenden Sehkraft war ein Geneffekt. Ein gelungener Eingriff, der hoffen lässt.

Bei einem 17-Jährigen, dessen Sehkraft zu versagen drohte, haben Mediziner des Moorfields Eye Hospital http://www.moorfields.nhs.uk eine bahnbrechende Operation durchgeführt. Mit Hilfe der Gentherapie wurden die absterbenden Zellen im rechten Auge von Stephen Howarth regeneriert. Durch diesen Eingriff kann er sich jetzt erstmals sicher in abgedunkelten Räumen und nächtlichen Straßen bewegen. Howarth ist der dritte Patient bei dem dieser Eingriff durchgeführt wurde. Die Wissenschaftler erwarten bei zukünftigen Operationen noch bessere Ergebnisse. Vor dem Eingriff konnte der Patient in der Nacht kaum sehen. Details der Studie wurden im New England Journal of Medicine http://content.nejm.org veröffentlicht.

Verantwortlich für die Erkrankung des Teenagers war ein fehlerhaftes Gen. Die lichtempfindlichen Zellen im hinteren Bereich des Auges waren beschädigt und bildeten sich langsam weiter zurück. Beim Eingriff wird eine Flüssigkeit mit dem fehlenden Gen und einem modifizierten Virus in das Augen injiziert. Eine feine Nadel wird durch die Vorderseite des Auges und durch den Glaskörper eingeführt. Sie durchstößt in der Folge auch die Retina. Die Flüssigkeit wird unterhalb der Retina injiziert, damit sie sich von der darunter liegenden Pigmentschicht ablöst. Die Zellen in dieser Schicht nehmen die Flüssigkeit auf und die Retina kehrt in ihre normale Position zurück. Das Virus infiziert die Zellen der Pigmentschicht und führt so die Gene zu, die für ein normales Sehvermögen erforderlich sind.

Nach einigen Monaten stellten die Ärzte bei Howarth Verbesserungen des Zustands fest. Er selbst nahm sie nicht wahr, bis er zu Testzwecken durch ein schmummrig beleuchtetes Labyrinth ging. Bis zu diesem Zeitpunkt stieß er immer wieder gegen Wände. Er brauchte fast eine Minute, um auch nur eine geringe Entfernung zurückzulegen.

Der leitende Wissenschaftler Robin Ali betonte, wie überraschend diese Ergebnisse waren. Vor kurzem begann Howarth sogar, in der Nacht alleine vom Bahnhof nach Hause zu gehen. Weitere Verbesserungen der Sehkraft sind möglich.

Bei den beiden anderen Patienten verbesserte sich die Sehkraft nicht. Es ist laut BBC aber durchaus möglich, dass durch den Eingriff eine weitere Verschlechterung ihres Zustands verhindert wurde.

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