| Die neuen Väter |
| Geschrieben von Inca Vogt | ||||||||||
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Sie übernehmen Verantwortung für den Nachwuchs. Sie verzichten zeitweise auf Karriere und tun das, was früher nur Frauen taten: sie nehmen eine Elternzeit. Die neuen Väter mehren sich und sind schon lange keine Exoten mehr. Aber sind Frauen auch bereit, diese neue Rolle abzugeben. Ihr mehr Raum einzuräumen?
Die Rolle des Vaters hat sich in den vergangenen Jahren in deutschen Familien stark geändert. Das beweist eine Studie der Erziehungswissenschaftlerin Jeannette Abel. Die Väter wollen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen und sich den neuen Anforderungen der Gesellschaft stellen. In elf qualitativen Interviews befragte sie Väter im Alter von 27 bis 37 Jahren zu ihrem Verständnis der Elternrollen. "Ich war von dem Ergebnis sehr überrascht", so Abel. "Jeder der Befragten wollte Verantwortung für die Betreuung und Erziehung der Kinder übernehmen und so eine emotionale Bindung aufbauen." Vor allem bei jungen Vätern sei das der Fall. Sie haben eine alltäglichere und intensivere Beziehung zu ihren Kindern, als dies noch bei ihren eigenen Vätern der Fall war. Bei der Umsetzung der neuen Vaterrolle gibt es jedoch deutliche Unterschiede, wie stark die tatsächliche Gestaltung den neuen Rollenerwartungen entspricht. "Die Männer haben nur die Chance ihre gewünscht Vaterrolle einzunehmen, wenn die Mütter auch bereit sind, Verantwortung abzugeben", so Abel. "Eine neue Vaterrolle bedingt auch eine neue Mutterrolle." Abel unterscheidet in ihrer Untersuchung drei verschiedene Vaterrollen. Die oberflächlich-engagierten Väter haben das geringste Bedürfnis danach, viel Zeit mit ihrem Kind zu verbringen. Aufgrund ihrer traditionellen Männlichkeitsvorstellungen haben sie keinen ausgeprägten emotionalen Zugang. Unsicher-ambivalente Väter lassen sich deutlich mehr auf ihre Vaterschaft ein. Trotzdem ist in ihrem Geschlechterrollenverständnis die Mutter weiterhin hauptsächlich für das Kind verantwortlich. Aktiv-involvierte Väter hingegen versuchen aktiv Möglichkeiten zu schaffen, um sich für ihr Kind zu engagieren. Sie sind die Einzigen, die ihr Berufsleben nicht über ihren Nachwuchs stellen und eine Bindung zum Kind haben, die der Mutter-Kind-Beziehung entspricht. "Ich glaube, dass sich diese Entwicklung fortsetzt und sich immer mehr Väter stärker engagieren", so Abel. "Sie spüren selbst, dass sie der Umgang mit dem Kind bereichert." Auch die große Nachfrage nach der "Elternzeit" spreche für einen eindeutigen Trend. "Zum einen setzen sich Väter aus allen sozialen Schichten mit dem neuen Vaterbild auseinander", fasst Soziologin Ursula Rabe-Kleberg zusammen. "Zum anderen ist es für viele Väter eine nahezu unüberwindbare Hürde, ihre Vorstellungen aufgrund von Zeitmangel zu realisieren." Kommentar schreiben
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