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Verräterische Farbenlehre
Geschrieben von Inca Vogt   
Beitragsinhalt
Verräterische Farbenlehre
Orange und Sonnengelb
Rotes Tuch...

„Rotes Tuch“, die Ablehnfarben

Lindgrün

Hier kommt gleich doppelt tiefgründiges heraus. Wenn man Grün ablehnt, versteckt sich darin in sanfter Form (da lindgrün, also helleres gelbgrün) die Ablehnung von bestimmten Kindheitsassoziationen, traumatisch erlebtes, verletzendes, das in Verbindung mit bestimmten Personen erlebt wurde. Stellvertretend lehnt man die Naturfarbe – also den Ursprung – ab.

Möglicherweise verstärkt durch modisches lindgrün, dass uns in hässlichster Nuancierung in alten Badezimmern begleitete? Das wäre dann schlicht eine geschmackliche Revolution. Recht so. Und überhaupt nicht tief gründelnd.

Olivgrün

Sie meinen dieses schmuddelige Farbgemisch, dass man als Tarnfarbe kennt? Ok, verständlich, dass Sie diese Farbe nicht mögen. Es sei denn, Sie nehmen gerade an einem Survival Training teil. 

Wer diese Farbe ablehnt, hat entweder keine Lust auf "Graue Tarnmaus" oder hat ein paar  frühkindliche, unangenehme Erinnerungen im Gepäck. Wer einst bei Oma geparkt wurde, während Mama und Papa auf Weltreise gingen, dürfte sich hier wiederentdecken. Es ist eine Ablehnung von typischem, allzu spießigen. Vordergründig erklärt. 

Tiefergehend hat es möglicherweise mit bewusstem Distanzieren von dieser Zeit und allem damit zusammenhängendem zu tun. Noch tiefer gründelnd, ist hier vielleicht (wirklich nur vielleicht) auch ein wenig Angst vor organischen Vorgängen, die in Verbindung mit dem Frausein stehen, vorhanden.

Letztendlich kann man sich rausfischen was passt. Oder alles einfach mal so stehen lassen.

Magenta bis Rot

Wer diese klaren Signalfarben ablehnt, hat entweder wieder mal modisch, geschmackliche Gründe oder darf mit uns weiter gründeln. Hinter Ablehnung dieser Signalfarben steht oft eine Angst anderen zu vertrauen, die Kontrolle abzugeben, sich fallen zu lassen.

Weiterhin deutet die Ablehnung von Magenta vielleicht auch darauf hin, dass ein recht großes Sicherheitsbedürfnis da ist. Eine Sehnsucht, das Lebenschaos und die unendliche, unerklärbare Komplexität des Lebens, in dem alles in Zusammenhang steht und sich beeinflusst, zu sortieren und zu begreifen.

Eine unendliche Aufgabe, die nicht lösbar ist. Aber umso spannender. Da wo die Angst ist, ist auch der interessanteste Weg.

Cyan

Diese Ablehnfarbe bedeutet ähnliches. Eine unbewusste Furcht vor dem Unendlichen, schwer fassbaren. Eine Weite, die sich dem Auge und der Kontrolle entzieht. Unerforschlich und reizvoll ohne Ende.

Orange

Orange gilt im positiven auch als Farbe der Erotik und Kreativität. Ihre Ablehnung bedeutet aber nicht einfach die Ablehnung dieser Inhalte. Die Deutung führt wieder tief in die Kindheit, in der diese Begriffe und alles was damit zusammenhing, mit Angst und Verboten besetzt wurden. Möglicherweise konnten Eltern nicht mit Erotik und frühkindlicher Kreativität umgehen?

Auch hier ist wieder der Weg sichtbar. Die offene Auseinandersetzung mit dem was die Farbe auslöst, um Altes endgültig aufzulösen.

Eine weitere mögliche Aufgabe ist auch: sich selbst, den Dingen und anderen Zeit zur Entwicklung zu geben. Nicht festhalten an Menschen, Situationen, Gedanken, sondern allem seinen Lauf und die Freiheit zur Entwicklung geben.

Gelb

Gelbhasser, so heißt es, seien zuweilen auch Verschwender oder Geizkragen. Bitte nicht auf die Botin kloppen, die eiert gerade sehr herum, um diese oberflächliche Botschaft nett zu verpacken. 

Wer Gelb nicht mag, hat vielleicht in der Kindheit zuviele Verbote, die am Entwickeln hinderten, erfahren. Solche frühen Erfahrungen bleiben eingebrannt, lange über die Wirkungszeit hinaus. Hier gilt ähnlich wie bei anderen Farbablehngründen. Der Weg zur Farbe und allen Assoziationen macht wirklich frei. Oder anders ausgedrückt, das ist der Weg zu einer befreiten Persönlichkeit.

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Kommentare (1)
1. 02-09-2008 13:45
Wow, ertappt. Vor allem eure Theorien über rote Tücher treffen bei mir ziemlich zu. Ich hasse pink und im Leben mag ich auch nicht unbedingt die Front. Spiele lieber das graue Mäuschen und staune, dass es Freundinnen oft nach vorne drängt. Ich würde zwar gerne, trau mich aber nicht. Ob da ein Farbenwechsel von außen nach innen wirkt? 
 
Bea
Geschrieben von: Bea (Gast)

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