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Virtuelle Geschenke
Geschrieben von Inca Vogt   

Wenn der Avatar ein neues Outfit, ein Statussymbol, ein Auto, ein Haus, ein Boot braucht, wird nicht gespart. Virtuelle Waren, die man weder real anfassen, vernaschen, tragen oder nutzen kann, boomen. Auch als Geschenk. 

Gutes Aussehen in der Welt der Avatare

Fashion-Abteilung in Second Life (Foto: secondlife.com)

Immer mehr Konsumenten geben ihr reales Geld für computergenerierte Produkte aus, die in Online-Welten und auf Networking-Portalen angeboten werden.

Sogar zur Weihnachtszeit boomen die rein virtuellen Geschenke. Virtuelle Kleidung und Accessoires für Avatare wie sie beispielsweise auf der Networking-Plattform Facebook http://www.facebook.com zu haben sind, gelten inzwischen als wahres Muss für eingefleischte Onlineuser. Dabei wird Geld in Waren investiert, die de facto nichts weiter sind als programmierte Symbole, die dann auf den jeweiligen Profilseiten der Nutzer erscheinen.

 

Seit Facebook die Icons, die jeweils für einen Dollar angeboten werden, im Februar 2007 eingeführt hat, wurden davon laut Unternehmensangaben mehr als 24 Mio. verkauft, berichtet CNN.com. Dabei werden die virtuellen Produkte meist in limitierten Auflagen vertrieben, um das Interesse bei den Nutzern zu steigern. In virtuellen Welten wie Second Life gibt es inzwischen sogar Online-Einkaufszentren, wo die Avatare für reales Geld shoppen gehen.

Wie in der richtigen Welt zählt auch im virtuellen Paralleluniversum immer mehr das Aussehen und Erscheinungsbild, das mit digitaler Kleidung, Make-Up und virtuellen Möbeln aufgebessert wird.
Laut Marktbeobachtern sind die Menschen immer stärker dazu bereit, für etwas zu bezahlen, das man im Grunde nicht anfassen oder in Händen halten kann. So geben manche Nutzer mittlerweile nicht nur einen oder zwei, sondern hunderte Dollar für virtuelle Geschenke aus. Kel Kelly, Marketing-Expertin und College-Lehrbeauftragte, hat beispielsweise seit Februar knapp 100 Dollar für Facebook-Symbole investiert. "Ich wäre auch bereit zwischen fünf und zehn Dollar für ein wirklich lustiges und einfallsreiches virtuelles Geschenk auszugeben", sagt Kelly.

Während Kritiker die virtuellen Waren für blanke Geldverschwendung halten und keinen Nutzen darin erkennen können, sehen das begeisterte Nutzer und Branchenvertreter wie Jeska Dzwigalski, angestellt bei Linden Lab, naturgemäß anders. "Man kann leicht sagen, etwas ist nicht echt, weil es digital ist. Aber es gibt viele digitale Produkte, die einen Wert haben." Und so verweist Dzwigalski auf Musikdownloads und Softwareprogramme - ebenfalls digitale Güter, für die von den Konsumenten jede Menge Geld bezahlt wird.

Ob man das so vergleichen kann? Immerhin lässt sich Musik auch ganz real hören.

Die Icons der virtuellen Welt sind ein wenig so wie mir einst ein Marketingdozent den paraökonomischen Nutzen eines Produktes erklärte. Einfache Handschuhe halten warm. Doch die edlen teuren Lederhandschuhe mit Label vermitteln mir - wenn es gut verkauft wird - Luxus, und damit das Gefühl etwas Besonderes zu sein.

Braucht niemand, aber es tut verdammt gut es zu haben;-) 

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