| Schirm, Charme + Melone |
| Geschrieben von Birgit Bauer | ||||||
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Es gibt wohl niemand, der einen simplen Schirm mit mehr Eleganz trägt, wie Jonas Hanway an der Seite der unvergessenen Emma Peel. Erinnern Sie sich? Hier kommt ein ganz besonderer Reminder. Geschrieben von Birgit Bauer Kennen Sie Jonas Hanway? Nun, mir hat der Name eigentlich auch nichts gesagt bis ich mit Schnupfen und Erkältung nach einem heftigen Herbstregen im Bett lag. Dieser Regenguß kam völlig unerwartet und ich war in keinster Weise darauf vorbereitet. Mir fehlte der Regenschutz. Und den hat Mr. Hanway erstmalig benutzt. Und sich zum Gespött gemacht. Er war ein feiner englischer Gentleman, der wohl auch eitel gewesen sein musste und der ungerne Schnupfen hatte. Genau wie ich. Er schützte sich mit einem Schirmmonster aus Fischbein und Wachsleinwand und bekam bestimmt einen richtig guten Bizeps. Denn so ein Teil wog 5 Kilo. Gott sei dank müssen wir dieses Gewicht nicht mehr mit uns herum zerren. Wäre ja auch schlimm, wenn man ohnehin beladen mit Shoppingtüten auch noch einen Monsterschirm zu tragen hätte. Das würde dann einen Träger oder Beschirmer voraussetzen und wer hat so einen Herrn schon immer dabei? Schirme von heute sind bunt, leicht und manchmal mit Werbung. Und ich mag sie eigentlich nicht. Am liebsten würde ich dort einkaufen, wo Prinz Charles und die englischen Banker ihre Schirme shoppen. Der klassische englische Schirm ist pur, streng, elegant und exakt gerollt. Es gibt ihn mit Holz-, Elfenbein oder Ledergriff, und für Pferdesportliebhaber sogar als "Horse-Racing-Umbrella" mit Bleistifthalter. Prinz Charles geht zu "Swaine Adeneny Brigg" in der St. James Street, wo man ihm für gut 195 britische Pfund den Schirm für den perfekten Gentleman verkauft. Aber man nimmt schließlich schlechtes Wetter auch mit Stil und nicht mit Schirmen so bunt wie Smarties. Von denen habe ich die Nase voll. Ich mag keine Plastikgriffe und mein Schirm sollte handlich, leicht und automatisch zu öffnen sein. Das geht übrigens auch erst, sein John Gedge einen Mechanismus auf den Markt brachte. Mein Schirm müsste einen schönen Holzgriff haben, der zierlich, elegant und trotzdem kompakt ist. Er hätte entweder ein Black Watch Schottenkaro oder wäre uni. Das Karo wäre natürlich im Moment sehr angesagt, wo doch Karos gerade sehr chic sind. Er hätte stabile Nieten an den neuralgischen Punkten, also den Gelenken und wäre kein Aluminiumschirm, denn dieser ist ungeeignet für stürmische Tage. Er knickt leicht. Einen Schirm für die Reise habe ich schon. Er ist klein, uni, hat ein Kunststoffetui für einen angenehmen Transport und passt deshalb auch in fast jede Handtasche. Ein "VOGUE" - Schirm für den Notfall. Stylish, praktisch und schnell aufgespannt. Gut, er passt trotz aller Winzigkeit in keine Clutch aber in so einem Fall ist der beschirmende Begleiter zur Hand. Da kann auch der Knirps, der übrigens in den goldenen Zwanzigern von Karl Haupt entwickelt und vertrieben wurde, zu Hause bleiben. Was noch fehlt wäre ein Beerdigungsschirm. Ich finde nichts schlimmer, als unelegant bunte und schreiende Schirme auf Friedhöfen. Sie lästern mit ihrer Werbung über die Trauergemeinde und schreien ihre Botschaften und Farben nur so hinaus. Es wäre also noch etwas Unauffälliges nötig. Alles in allem brauche ich also mindestens 3 Schirme. Einen davon, nämlich den Kleinen habe ich schon. Und den Rest besorge ich mir demnächst. In einer Schirmmanufaktur, die mir meine Schätzchen dann repariert, wenn sie kaputt sind. Bleiben Sie gut und charmant beschirmt! Vielleicht von einem Mann mit Melone? Kommentar schreiben
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