| Nina Hagen |
| Geschrieben von Inca Vogt | ||||
Seite 1 von 2 Niemand serviert Popstars schriller als Nina Hagen. Kein weibliches Wesen schert sich derzeit wahrscheinlich weniger darum, irgendeiner Norm zu entsprechen, als Nina Hagen. Und keine Frau auf diesem Planeten ... ist so wunderbar unangepasst, wie dieses Wesen, Nina.
Das Neueste in den Schlagzeilen ist ihre Suche nach einem neuen Nest. Bislang war Buddhistin Nina Hagen in der Welt zu Hause. Ihrem Sohn Otis (17) zuliebe will sie zum ersten Mal in ihrem Leben sesshaft werden - in Los Angeles. Denn der jüngste Hagen-Spross fühlt sich hier richtig wohl: "Los Angeles ist die goldene Stadt - hier kann man alles machen. Ich habe so oft die Städte und Schulen gewechselt. Ich will jetzt endlich mal richtig hier bleiben." Foto: ProSieben, "We are Family", Nina mit Sohn Otis 2007 Noch leben Mutter und Sohn zur Miete, doch nun soll ein eigenes Haus mit großem Garten her. Klar, dass das nicht einfach irgendeine Villa sein darf: Während andere auf ein gepflegtes Bad und eine geräumige Küche Wert legen, muss das perfekte Zuhause für Nina Hagen vor allem das richtige Karma haben, genügend Platz für einen buddhistischen Meditationsraum und zum Musizieren und Feiern. "Ich suche eine kleine Heimat für meine Kinder und Kindeskinder auf Planet Erde. Ich habe schon an vielen heiligen Plätzen gewohnt - und ich weiß, wie es aussieht, wenn ich es sehe. Mein kleines Kloster, in dem ich vielen Menschen etwas Gutes tun kann," beschreibt Nina ihr Traumhaus. Wohnungssuche der extravaganten Art und keine leichte Aufgabe für die Maklerin. Das erste Objekt hat keinen Garten und liegt direkt an der Straße. Ninas einziger Kommentar: "I would feel like in Wandlitz, im Regierungsviertel von Erich Honecker. Das war wahrscheinlich Walter Ulbrichts Villa. Das ist nichts für uns."
Die anderen Häuser haben entweder die falsche Straßennummer, sind nicht Feng-Shui-getreu Nina ist begeistert - und im Einklang mit der Welt. So sehr, dass sie spontan einen Baum im Garten "ihres" Traumhauses umarmt. Findet sie in den Hollywood-Hills ihr neues Zuhause? Der Auszug aus dem aktuellen Promi Spezial "We are Family" im Juli 2007 auf ProSieben zeigte Einblicke in Ninas ganz private Welt. Aber gibt es überhaupt eine Trennung zwischen der Catharina Nina Hagen, die als Tochter der Schauspielerin Eva-Maria Hagen und des Drehbuchautors Hans Hagen 1955 in Berlin geboren wurde, und der öffentlichen Nina? Ninas Weg zu Nina Hagen Ninas Ziehvater, der zeitweilig mit der Mutter zusammen gelebt hatte, war der Liedermacher Wolf Biermann. Das muntere Ziehtöchterlein besuchte die Heinrich-Schliemann-Schule in Prenzlauer Berg. Und dann wird es - typisch Nina - buckelig: Nina Hagen wollte in der DDR Schauspielerin werden. Aber sie fiel 1972 durch die Aufnahmeprüfung der Schauspielschule. Typisch, dass sie wahrscheinlich so ihre besseren Weg fand Zuerst sang sie bei einigen Bands in Polen und kam dadurch zum „Orchester Alfons Wonneberg“. 1974 beendete sie eine einjährige Gesangsausbildung mit Erfolg und wurde bei einem Konzert von der Gruppe „Automobil“ entdeckt und sofort engagiert. Keyboarder Michael Heubach schrieb das Lied „Du hast den Farbfilm vergessen“ für sie, das noch heute Kultstatus hat. 1975 verließ sie „Automobil“ und wechselte zu „Fritzens Dampferband“ (mit Achim Mentzel). Eine öffentliche Solidaritätsbekundung für den verfemten Autor und Musiker Wolf Biermann, der 1976 aus der DDR ausgebürgert wurde, brachte Hagen ins Abseits, so dass sie im gleichen Jahr die Chance nutzte, nach Großbritannien zu emigrieren. Im Herbst 1977 kam sie in die Bundesrepublik und gründete zusammen mit den Kreuzberger Musikern Bernhard Potschka, Herwig Mitteregger, Manfred „Manne“ Praeker, die zuvor bei Lokomotive Kreuzberg spielten und Reinhold Heil die „Nina Hagen Band“. 1978 erschien das international beachtete Album „Nina Hagen Band“. Aber allzu enge Bindungen passten nicht ins Nina Hagen Programm. Die exzentrische Punksängerin überwarf sich mit ihren Bandkollegen. Da mit der CBS jedoch bereits ein zweites Album vertraglich vereinbart war, wurden die Aufnahmen dafür zunächst durch die vier Musiker eingespielt, später wurde - in Abwesenheit der vier Musiker - Nina Hagens Gesang aufgenommen. Der Titel des 1979 erschienenen Albums „Unbehagen“ sagt eigentlich alles. In den 80er Jahren machten die Musiker als „Spliff“ ohne Nina Hagen weiter. Und Nina? Sie folgte spirituellen Wegen. Schlagzeilen machte sie mit ihren UFO-Theorien, ihren spirituellen Botschaften und ihrem Engagement für den Tierschutz. 1985 trat sie bei der Premiere von Rock in Rio auf. 1997 sang sie mit Thomas D den Song Solo, der später auch als Single ausgekoppelt wurde, für dessen gleichnamiges Album ein. Und dann kam tatsächlich ein Modedesigner mit seinen Einflüssen ins Spiel. Jean-Paul Gaultier stylte die Funk-Rock-Diva um. Ihre Platten waren kosmopolitisch, mal Deutsch, mal Englisch. Und Nina wollte Präsidentin werden.
1993 erschein das Album „Revolution Ballroom“. |
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Die Momentaufnahme der Weltenwechslerin Nina Hagen im Jahr 2007 zeigt ein Wesen, das zu allen Zeiten das machte, was ihr selbst entspricht. Sie tingelt zwischen Spiritualität und erfrischend weltlich schrillem Dasein hin und her. Hier als Popstar-Jurorin, die mal eben einen Rapp hinlegt, wo Gleichaltrige nur noch für ihre Enkel Mützchen stricken. Dort als Botschafterin für den schrägsten Klamottenstil a la Nina.