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Römersandalen
Geschrieben von Inca Vogt   

Es gibt zweierlei Legenden, die den hippsten Schuh des Sommers erklären wollen. Für die einen ist es die Sandale der römischen Legionäre. Andere behaupten, dass diese geschnürten Schuhe zuerst von Gladiatoren getragen wurden.  

roemersandale Wahrscheinlich stimmt beides. Tatsache ist, dass die geschnürten Lederlinge für die Füße heute wieder verflucht sexy daherkommen. Ganz gleich, ob sie so authentisch aussehen wie unsere Beispielsandalen, die man online bestellen kann oder mit neuen Designs glänzen. Foto und Bestellmöglichkeit der  Sandale nach altem Vorbild. Zum Beispiel auf: http://www.ritterladen.de

Aber woher kommen die Fusslinge mit den geschnürten Bändern nun wirklich?

Die Caligae der alten Römer

Die ersten Sandalen waren gemacht für lange Märsche der Soldaten. Gefertigt aus einem einzigen Stück Leder, zusammengebunden mittels langer Laschen und durchgezogener Riemchen.

Wenn man sich das Ergebnis ansieht, kann man nur staunen. Diese "alten Römer" sind würdige Vorgänger der heutigen, italienischen Schuhmacherkunst. Ihr erstes bekanntes Design ist vorbildlich. Schon damals beherzigten sie den besten aller Grundsätze für gelungenes Design: Komfort, Alltagstauglichkeit plus ansprechendes Aussehen. 

Die Alltagstauglichkeit wurde durch die raffinierte Riemenschnürung erreicht. Da der Riemen auch um den Knöchel ging, blieb das Schuhwerk ebenso trittsicher wie locker. Das luftige Design verhinderte Druckstellen und Blasen. Das Anlegen in perfekt anpassbarer Passform, dauert gerade mal drei bis vier Minuten. Die Sohle der ursprünglichen Caligae bestand aus drei Lagen Rindsleder; acht Millimeter dick. Verstärkt wurde die Sohle mit 80 bis 90 clavi, das sind halbkugelköpfige Eisennägel.

Klingt nach gewichtigen Argumenten. Stimmt. Mit den Eisennägeln wogen die einstigen Sandalen so um die 1,3 kg. Aber die Eisennägel waren eben auch ein Garant für lange Haltbarkeit. Erst nach 500 bis 1000 km mussten sie erneuert werden.

Damit die Soldaten sich die wertvollen Nägel für das Aufrüsten und Recyceln leisten konnten, bekamen sie bei Verlegungen ein sogenanntes 'clavarium', also ein Nagelgeld. 

Interessant ist, dass sich die Caligae nur für den Marsch querfeldein und für primitive Schotterwege  eigneten. Die besser ausgebauten und gepflasterten Wege waren nichts für die Militärsandale. Es sei denn, die kämpfenden Jungs trippelten und federten mit den Vorderballen auf. Und wehe, sie wagten sich damit auf edle Marmorböden. 

Der Schriftsteller Flavius Josephus berichtete über einen Centurio, der im Tempel von Jerusalem auf diesem ungewohnten Terrain ausrutschte. Dumm gelaufen. Es kostete ihn das Leben. Seine Feinde nutzten den Sturz, um ihn zu überwältigen. 

Neue Sandalen nach altem Vorbild

Die neuen Römersandalen gibt es mit Nieten und aus jedem denkbaren Material von verschiedensten Designern. Doch die Urform ist geblieben. Immer noch sind die Römersandalen mindestens knöchelhoch, je höher geschnürt, desto authentischer. Die wadenhohe Gladiatorsandale von OXS schimmert zum Beispiel in goldfarbenem Leder und kostet um die € 150. Das dunkle Modell von CHANEL ist aus weichem Kalbsleder gefertigt und kostet etwa € 420.

Suchen Sie sich Ihr Lieblingsmodell aus und marschieren Sie los. Die neuen Modelle sind netterweise auch pflaster- und marmorgeeignet. Dennoch sind sie mindestens so bequem wie die  vorbildlichen Schuhdesigns der alten Römer. 

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