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Lockstoff Parfum
Geschrieben von Inca Vogt   
Beitragsinhalt
Lockstoff Parfum
Chypre...
Maskulin...

Liebe, Erotik, Anziehung, Abneigung - alles geht durch die Nase. Parfum ist eines der letzten Hexenmittel. Die raffinierte Anwendung ist jedoch keine Hexerei.

"Parfum ist wie die Liebe. Ein bisschen ist nie genug."

Estée Lauder

515qalidyl._aa240_ Parfum ist vermutlich einer der raffiniertesten Verführer aller Zeiten. Oder wie war das noch mit Patrick Süsskinds Roman, oder dem einen oder anderen Geliebten, dessen Nase zuerst unsere Spur aufnahm? 

Nach dem Parfum auftragen entfaltet sich ein Duft in mehreren Stufen. Beginnend mit der Kopfnote, die sich schnell verflüchtigt, während Herz und Basisnote bleiben.

Ein Duft, den wir leider oft selbst nicht mehr wahrnehmen. Nur die Umwelt darf ihn mögen, genießen, lieben, sich davon verführen oder abstoßen lassen.

Wo und wie wir diesen Duft raffiniert zum Entfalten bringen? Coco Chanel rät: "Parfum solle man da tragen, wo man geküsst werden will." Alles andere ist fast schon eine kleine Wissenschaft für sich.

Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders [HD DVD]

Parfum auftragen, der persönliche Tipp: Ich gehöre zu den intuitiven Nutzern jeglicher Schönheitsmittel und lerne aus vielen Fehlern am besten. So wurde ich zur Sprüherin. Weil ich einerseits alles in Turbotempo mache, und zum anderen alles bevorzuge, was mit geringstem Aufwand größte Wirkung erzielt. Mit einem Bogenspraynebel kann ich in einem "Arbeitsgang" Haut, Haare und Umfeld gleichermaßen einnebeln und verzaubern. Bevorzugt vor dem Ankleiden und nach dem Duschen oder Baden - auf der nackten Haut. So mischt sich mein ganz persönlicher Parfummix mit Bodylotion, Deo und dem ureigenen Duft. Meist erübrigt sich ein Nachsprühen. Der Duft bleibt auf subtiler werdende Weise erhalten wie ein gutes Make-up. Er ist da ohne vordergründig zu sein, mit nachhaltiger Wirkung.

"Inca war hier", höre ich oft, wenn ich mich in einem Raum aufgehalten habe. Mag sein, dass es daran liegt, dass ich meinen Klassiker als Duftmarke setze. Einen Klassiker, der zu den wenigen Parfums gehört, die ich tragen kann. Ein Duft, der perfekt zu mir - aber zu wenigen anderen Frauen - passt. Diesen zu finden ist wie ein Glückstreffer im Lotto und die Suche lohnt sich. 

Weiter zu unseren fachlichen Tipps und einem Parfumlexikon zum Nachschlagen...

Parfum auftragen, der fachliche Tipp  

Fachleute raten netterweise ähnliches. Sie empfehlen Parfum aufsprühen und nicht verreiben. Durch das Verreiben werden die Duftmoleküle zerstört, was zu einem Verlust der Intensität des Dufts führt. Besonders geeignet sind z.B. die Schläfen, sowie die Innenseiten der Gelenke. An diesen Körperstellen verlaufen die Blutgefäße dicht an der Hautoberfläche, wodurch die Haut dort besonders warm ist. Hier geht es entweder direkt zu unserem Lexikon oder zu einer erlesenen Rarität: Parfum. Ästhetik und Verführung

Parfum Lexikon von A - Z

Absolues: natürliche Duftstoffe, die durch Extraktion aus Pflanzenteilen gewonnen werden. Durch Extraktion mit einem Lösungsmittel wird zuerst das Concrète gewonnen. Danach werden  unlösliche Wachse mit Alkohol herausgewaschen. Absolues sind rar und daher entsprechend kostbar.  

Agrumenöle: aus Citrusfrüchten gewonnene Citrusnoten.

Ätherische Öle: durch Auspressen oder Wasserdampfdestillation werden sie aus verschiedenen Pflanzenteilen gewonnen. Fachlich sind es Gemische verschiedener chemischer Substanzen. Sie verdunsten im Gegensatz zu fetten Ölen rückstandslos. 

Akkord: entsteht durch die Komposition verschiedener Einzelgerüche zu einem neuen Duft. Die Anzahl der Ingredienzen ist oft immens - bis zu hunderten. Einfache und komplexe Akkorde sind die Bausteine für alle Parfumkompositionen. 

Alkohol: Lösungsmittel zur Herstellung von Lotionen. Ein häufig eingesetzter Alkohol ist Ethylalkohol.

Amber: nicht zu verwechseln mit Ambra. Amber ist eines der ältesten fossilen Harze auch als Bernstein bekannt. Bei der Verarbeitung entsteht eine klebrige, honigflüssige Essenz. Der rauchige, leicht teerartige Duft wird für ledrige Fonds eingesetzt.

Animalisch: Duftnoten, die aus tierischen Sekrete gewonnen werden. Inzwischen werden sie auch immer häufiger synthetisch nachempfunden. Bekannteste Duftbausteine sind Zibet, Moschus, Castoreum und Ambra. Konzentriert riechen sie eher unangenehm. In der Verdünnung verleihen sie unseren Parfums Wärme und Fülle.

Balsame: dickflüssige Sekrete von Pflanzen, die bei der Verletzung der äußeren Schichten austreten. 

Balsamisch: Geruchseindruck, der mit süß, weich und warm beschrieben wird. Balsamische Noten entstehen bei Verwendung von Balsamen und Resinen in Parfümkompositionen. Vor allem sogenannte orientalische Parfums vermitteln diesen weichen und sanften Duftcharakter. 

Basisnote: der dritte und letzte Teil des Duftablaufs eines Parfums. Diesen bestimmen auch vor allem lang haftende Bestandteile, wie z. B. Hölzer, Resine, animalische und kristalline Substanzen. Schwere Parfums wie Chypre und orientalischen Noten haben eine besonders starke Basisnote, die bereits in der Kopfnote auffällt.

Blumig: die meisten heute angesagten Modeparfums gehen in diese blumige Richtung. Definiert durch ein Bouquet mit mehreren Blütennoten oder auch mittels einzelner stärkerer Blüten. 

Blumig-fruchtig: Düfte mit Anteilen fruchtiger Noten. Diese bestimmen die Kopfnoten.

Bouquet: Gemisch verschiedener Blütennoten. Häufig ist das Bouquet wichtigster Bestandteil der Herznote. Bouquettierung bedeutet Harmonisierung und Abrundung einer Komposition.